Tattered heißt die schöne Fotoserie von Seth Butler, in der er die Verwendung der Stars and Stripes, das “universelle, bewegende und komplexe Symbol des amerikanischen Selbstbildes”, im Alltagsbild Amerikas dokumentiert. Die amerikanische Flagge ist ja wirklich allgegenwärtig, und nicht immer geht ihre Darstellung mit dem so genannten Flag Code, den Regeln des Respekts gegenüber der Flagge, konform.
Archive for the 'USA' Category
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Foto CC: BWChicago
Vorgestern vor 70 Jahren hat die erste McDonald’s Imbissbude in San Bernardino eröffnet. Selbstverständlich noch weit entfernt vom heutigen Franchise-Imperium. Spiegel Online/einestages hat ein schönes Feature und eine Bildergalerei über die Anfänge der Brüder Dick und Mac McDonald – und wie sich aus ihrer Burgerbraterei einer der größten amerikanischen Exportschlager aller Zeiten entwickelt hat. Angefangen mit Burgern für bereits damals sagenhafte 15 Cent!
Sie stellten fest: Amerika hatte sich extrem verändert, vor allem war es schneller geworden. Anstatt der alten Tante-Emma-Läden regierte in Supermärkten und Warenhäusern das Prinzip der Selbstbedienung, eilig hasteten die Menschen von Ort zu Ort. Nachdem Henry Ford bereits 1913 auf Fließbandproduktion umgestellt hatte, übertrugen die Brüder McDonald diesen Arbeitsprozess auf die Gastronomie. Im Herbst 1948 schlossen sie ihre Burgerbar, feuerten die Kellnerinnen und rüsteten die Küche auf den neuen “Blitzservice” um.

Foto CC: Shane Gorski
You are about to witness the exciting story of a city and its people. It will be an adventure that will open new sights in familiar surroundings. That city is Detroit. Home of nearly two million people. (Sie werden gleich Zeuge der aufregenden Geschichte einer Stadt und ihrer Bürger; eines Abenteuers, das Ihnen neue Anblicke in gewohnter Umgebung ermöglicht. Diese Stadt heißt Detroit. Heimat von fast zwei Millionen Menschen.)
Mit diesen stolzen Worten leitet Julian Temple seine Doku “Requiem for Detroit” ein, die kürzlich von der BBC ausgestrahlt wurde. Es sind nicht seine Worte, sondern sie entstammen einem Werbefilm aus vergangenen Zeiten, in dem einst ein Bürgermeister Detroits ins Schwärmen geriet. Was Julian Temple damit anstellt, ist so einfach und zugleich so wirkungsvoll, dass es mir gerade eiskalt den Rücken runterlief. Er projiziert den Werbefilm auf die Fassaden der Ruinen im heutigen Detroit, während die Stimme des ehemaligen Bürgermeisters durch leere Fensterhöhlen und verlassene Korridore hallt. Eine Technik, die er noch häufiger einsetzt in den 75 packenden Minuten seiner fantastischen Dokumentation. Temple lässt Künstler, Poeten, Urban Explorers und viele andere zu Wort kommen und sich von ihnen durch urbane Landschaften führen, die man gesehen haben muss, während er von Aufstieg und Fall einer der mächtigsten Städte des Industriezeitalters erzählt. Julian Temple:
Detroit was the frontier city in the US, powering the American dream. What I find fascinating is the fact that it is still ahead of the game, becoming the first big US city to virtually fall off the map.(Detroit war einst die Spitze der USA, die den American Dream beflügelt hat. Das Faszinierende ist, dass sie heute wieder allen voraus ist: Es ist die erste amerikanische Großstadt, die praktisch komplett von der Landkarte verschwinden wird.)
Unbedingte Anschau-Empfehlung. Am besten hier und jetzt, denn wer weiß, wie lange das gute Stück auf YouTube zu finden ist.
Teil 1:
(Direktlink)
Alle andern Teile nach dem Klick:
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Mike Brodie hat sich mit 18 Jahren und einer Polaroid Kamera im Gepäck aufgemacht, die USA per Zug zu erkunden. Auf seinem rund dreijährigen Trip hat er eine Seite von Amerika kennengelernt, die kaum weiter vom allgemeinen Popkulturverständnis und den Touristenpfaden entfernt sein kann. Es ist die Welt von Vagabunden, Obdachlosen und v.a. schwarzfahrenden Güterzugreisenden (ein besseres Wort für freighthoppers fällt mir nicht ein). Brodie nennt es “travel culture” (Reisekultur) und er hat praktisch Hunderte spannender Polaroids von alternativen Lebensstilen zwischen Gleisbetten und Güterbahnhöfen geschossen. Das hat ihm nicht nur den Spitznamen Polaroid Kidd eingebracht, seine Bilder füllen Ausstellungen auf der ganzen Welt.
Bei Needless & Pens gibt es eine Auswahl seiner Bilder hier und hier, bei Arteven noch mehr, und DryInk hat ein Interview mit The Polaroid Kidd.
D.I.Y. America ist eine Internet Dokuserie von den Machern von Beautiful Losers, die sich mit US Subkultur auseinandersetzt und zwei Jahrzehnte Skateboarding, Graffiti, Punk, und Hip Hop umspannt. Mit Szenegrößen wie Ian MacKaye, Shepard Fairey, Kim Gordon, Thurston Moore, Glen Friedman und Tony Hawk.
Unten gibt’s den Trailer zur Serie, die mittlerweile elf Episoden kann man sich auf WK Entertainment anschauen.
Tolle Fotoserie von Claire Martin über die Bewohner von Slab City (Wikipedia-Link), einer Community, die sich aus einem wilden Campingplatz in der Colorado Wüste im Südosten Kaliforniens gebildet hat.
Mindestens genauso tolle Bilder findet man in ihrem Album über die Salton Sea, dem größten See Kaliforniens, unweit von Slab City.
Am Rande von Slab City liegt auch der Salvation Mountain von Leonard Knight, den wir auch im Zuge unserer Recherche vergangenen Herbst besucht und in Bildern festgehalten haben:
Vorurteile aus dem Weg räumen, den Blick über den Tellerrand anregen und den Menschen ein anderes, weniger von Popkultur und Halbwissen geprägtes Amerikabild vermitteln – das ist auch eines der Ziele, das wir mit THE AMERICAN BACKROOM verfolgen. Der amerikanische Journalist und Wahl-Berliner Scot W. Stevenson hat sich Vergleichbares vorgenommen und setzt das auch äußerst erfolgreich in seinem tollen Blog USA Erklärt um. Unterhaltsam und fundiert räumt er Halbwahrheiten aus dem Weg und erklärt uramerikanische Zusammenhänge, die uns Deutschen oft nicht schlüssig erscheinen, geschweige denn bekannt sind. Seien es die Hintergründe des wirklichen nationalen Traumas der USA (Der Bürgerkrieg), der Aufbau des amerikanischen Polizeisystems oder seine Bemerkungen zur Todesstrafe – das alles verpackt er in lehrreiche, kurzweilige Texte, die sich oft an aktuellen Ereignissen aufhängen.
Daher uneingeschränkte Leseempfehlung: USA Erklärt
Auch gut: Stevensons Erklärung, warum er den Begriff “amerikanisch” dem Ausdruck “US-amerikanisch” vorzieht!
Die dreiteilige TV-Doku “Mister & Missis.Sippi” von und mit Volker Strübing, die unser TV Tipp zu Ostern war, ist jetzt auch in der 3Sat Mediathek zu finden. Dreimal 45 unterhaltsame Minuten, die den Zuschauer mitnehmen auf eine Reise abseits des Bekannten und in so manches amerikanische Hinterzimmer blicken. Wer’s verpasst hat, hat jetzt noch einmal Gelegenheit dazu. Keine Ahnung, wie lange die Filme in der Mediathek bleiben, hoffentlich für länger…
Direktlinks zur Mediathek (öffnen in einem neuen Fenster):
Teil 1 – Von St. Louis nach Cairo
Teil 2 – Von Memphis nach Vicksburg
Teil 3 – Von Saint Francisville nach New Orleans
Im AMERICAN BACKROOM Flickr Stream gibt es neues Bildmaterial aus dem verregneten Michigan und Ohio. Die Fotos entstanden während unserer Recherchereise im vergangenen Herbst. Viel Spaß beim Stöbern. Und nicht vergessen: Bei Flickr kann man auch kommentieren









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