Archive for the 'Technik' Category

Diorama USA

Wir haben oft genug darüber gesprochen, aber bisher gab es nix zu sehen von unserem kleinen Tilt Shift Miniature Faking Videodreh letzten Herbst. Bisher jedenfalls nicht! Haben endlich Zeit gefunden, daran weiterzuarbeiten und das Video wird noch vor Ende des Monats hier veröffentlicht. Versprochen! Hier ist schonmal ein kleiner Vorgeschmack.


Schreiben für 3-D

In der L.A. Times geht Steve Zeitchik der Frage nach, wie sehr der 3-D Boom das Drehbuchschreiben beeinflusst. Das Szenario, das er da ausmalt, halte ich für ein wenig übertrieben. Da heißt es beispielsweise:

While [many directors and writers] express a general enthusiasm for the form, they say executives don’t always grasp all the complexities of adding that extra dimension. As the 3-D storm continues to gather, they point out that 3-D will affect much more than whether a filmgoer picks up a pair of glasses: It will change what films get made, and even the very nature of cinematic storytelling. (Deutsch: [Viele Regisseure und Autoren] sind zwar im allgemeinen begeistert über das Format, sagen aber auch, dass die Studiobosse nicht ganz verstanden hätten, mit welchen Schwierigkeiten die Erweiterung um die dritte Dimension verbunden ist. Während der 3-D Sturm immer mehr Fahrt aufnimmt, weisen sie darauf hin, dass 3-D weitaus mehr nach sich zieht, als dass die Kinogänger eine Brille aufsetzen müssten: 3-D würde die Art und Weise verändern, wie Filme gemacht werden, und sogar den Kern des filmischen Geschichtenerzählens.)

Sicherlich werden in Hollywood vermehrt Produktionen auf den Weg gebracht, die sich auch als 3-D Fassung gut machen, aber der Kern filmischen Erzählens wird sich dadurch nicht gravierend verändern, genauso wenig wie sich durch den Farbfilm oder 70mm Cinemascope das Geschichtenerzählen verändert hat. Es ist vielmehr eine Frage der Genre-Wahl, und wenn sich Hollywood nur auf das Spektakel-3-D-Kino beschränkt, dann sind Autoren natürlich auch gefordert, für das Spektakel zu schreiben. Früher oder später wird der Zeitpunkt kommen, ab dem es nicht mehr nur darum geht, Dinge aus der Leinwand heraustreten zu lassen. Denn es lassen sich auch kleine Geschichten mit 3-D als gestalterisches Mittel von Inszenierung, Kamera und Schnitt umsetzen. Und das wird für den Autor zunächst mal keine große Rolle spielen. Figuren und der Plot werden schließlich nicht besser, wenn man auf 3-D-Momente hin schreibt.

Ich kann nur John August’s Kommentar dazu unterstreichen

I’m currently writing a film which is designed to be black-and-white and 3-D. Reading the script, you’d never know it. (Deutsch: Ich schreibe zurzeit einen Film, der schwarz-weiß und 3-D sein wird. Wenn man das Drehbuch liest, würde man das nie erahnen.)

Ich jedenfalls bin gespannt auf die ersten 3-D Filme, die nicht dem Spektakel-Kino zuzuordnen sind. Auch AMERICAN BACKROOM ist alternativer Inhalt für 3-D Kinos, und ich bin sicher, bis dahin wird noch der ein oder andere unerwartete 3-D Film den Weg auf die Leinwand finden. Man muss nur dafür offen sein. Unsere Meinung zu den Möglichkeiten von 3-D am Beispiel Dokumentarfilm haben wir hier bereits ausführlich erörtert. Steve Zeitchik schlägt mit seinem L.A.Times-Artikel eher in die 3-D Skeptiker-Ecke. Bezeichnenderweise endet sein Text auch mit dem Zitat

I don’t want to watch “Precious” in 3-D. (Deutsch: I möchte “Precious” nicht in 3-D sehen.)

Beabsichtigt oder auch nicht, es steht herrlich konträr zu Martin Scorseses Meinung über 3-D. Der sagte nämlich: “Why couldn’t a film like Precious be in 3-D? It should be.” (Deutsch: Warum kann nicht auch ein Film wie “Precious” in 3-D sein. Er sollte es sein!)

Was denkt ihr?


Jack Ambridges Little Lands

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Zugegeben, Jack Ambrigdes Fotos sind in Großbritannien entstanden, nicht in den USA, aber weil wir die Tilt Shift-Technik – eben jenes Verfahren, das für den speziellen Miniatureffekt in seinen Bildern sorgt – stellenweise auch im Film AMERICAN BACKROOM einsetzen werden, lassen wir seine Bilder unter dem Stichwort Inspiration laufen und kleben sie uns hiermit ins Blog. Fantastische Arbeiten! Mehr davon in seinem Behance Portfolio…

Wir sind übrigens gerade dabei ein kleines Tilt Shift Testvideo, das wir während der Recherche vergangenen Herbst gedreht haben, fertigzustellen. Das wird vermutlich innerhalb der kommenden zehn Tage online gehen! Schaut doch einfach regelmäßig mal rein – oder tragt Euch hier in unseren Newsletter ein, dann erfahrt Ihr es als erstes!


GPS Logging: Angeheitert um die Häuser ziehen

Geht ja hier zu wie im Postamt. Der i-Blue 747 GPS Logger hat seinen Weg zu uns gefunden und wurde gleich mal auf Herz und Nieren geprüft. Das kleine Gerät zeichnet bis zu 150.000 GPS-Punkte auf. Je nach eingestelltem Aufzeichnungsintervall lässt sich damit praktisch ein ganzer Tag im Gelände loggen. Wer mit Bluetooth-fähigem Laptop oder Handy unterwegs ist, kann das Gerät außerdem als GPS-Empfänger zum Navigieren nutzen.

Software zum Konfigurieren und Auslesen der GPS-Daten liegt bei. Die ließ sich zwar erst beim dritten Versuch vernünftig installieren, so dass das Gerät auch erkannt wurde, aber dann ging die Konfiguration relativ leicht vonstatten. Für den Anfang will ich es mal mit einem Aufzeichnungsintervall von 1 Sekunde und allen 10 Metern versuchen. Und weil es ja darum geht, unsere Fotos mit GPS-Informationen zu versehen, hab ich mir gleich mal die Kamera und den Logger geschnappt und bin um den Block marschiert. Wichtig: Vorher die Uhrzeit der Kamera mit der Uhrzeit des Loggers abgleichen, denn die Synchronisation erfolgt später auf Zeitbasis.

Wieder zurück, lassen sich die Daten per Software auslesen und schon mal direkt in GoogleEarth anzeigen. Auf den ersten Blick würde ich sagen, ich hatte mehr als 2 Promille und wollte häufiger mit dem Kopf durch die Wand. Gut, wenn man es aus entsprechender Höhe betrachtet, fällt der Zickzack nicht weiter auf. Messgenauigkeit ist also noch verbesserungsfähig. Wie sieht’s aber mit der Fotozuordnung aus. Verortung, wie das in der Fachsprache heißt – neuerdings eben Geo-Tagging.

Dafür reicht die mitgelieferte Software des i-Blue 747 allerdings nicht mehr aus. Also erstmal die GPS-Daten in eine Datei speichern. Die i-Blue-Software bietet dafür sowohl das Google-Format .kmz als auch das Format .nmea an. Letzteres soll es sein.

Für den Abgleich mit den Bilddaten nutze ich die Freeware Copiks PhotoMapper. Das kleine Programm ist praktisch selbsterklärend: Mit “Import GPS Data” lade ich die .nmea-Datei, die mir den Pfad umgehend auf der Karte anzeigt. Mit “Import Images” noch die ausgewählten Bilder öffnen, und auch hier erfüllt die Software umgehend und ganz von selbst ihre Aufgabe und ordnet jedem Bild einen Längen- und Breitengrad zu. Das war einfach. Jetzt noch alle Bilder auswählen und als .kmz-Datei exportieren.

Die lässt sich in GoogleEarth öffnen… et voila, meine verorteten Bilder. Und gar nicht mal so schlecht, sitzen fast alle an der richtigen Stelle. Noch den Zickzack-Pfad ausblenden, dann fällt die Messungenauigkeit auch nicht weiter auf. Hooray! Wer das Ergebnis selbst mal bewundern möchte, kann sich das .kmz-File hier laden.

PS.: Den Logger haben wir für knapp 20 Euro über Ebay erstanden.


Tonaufzeichnung mit der Canon 5D MarkII

Lange haben wir nach einer vernünftigen Tonlösung für die Arbeit mit der Canon 5D Mark II gesucht. Die Kamera selbst bietet zwar einen Eingang für ein externes Mikrofon, aber keine Möglichkeit, den Eingangspegel automatisch zu regeln geschweige denn diesen überhaupt zu überwachen (nur mit nicht-offizieller Beta-Firmware, die wollten wir bei unserem Leihgerät aber besser nicht aufspielen). Nachdem wir uns durch diverse Online-Foren und Blogs gegraben haben, fiel unsere Entscheidung auf den mobilen Audiorecorder H4n von ZOOM. Dankenswerterweise wird uns ein Gerät von der Firma Sound Service GmbH für unsere Reise zur Verfügung gestellt.

Auch wenn der Audiorecorder bereits über ein hochwertiges eingebautes Stereomikrofon verfügt, war uns vor allem wichtig, dass er für eine externe Mikrofonlösung einen XLR-Anschluss bietet. Die Aufzeichnung erfolgt auf SD-Karte und wahlweise in den Formaten WAV oder MP3. Heute ist das Gerät bei uns eingetroffen, wie es sich tatsächlich in der Handhabung machen wird, werden die kommenden Wochen zeigen. Es macht zumindest schonmal einen überzeugenden ersten Eindruck, ist vor allem handlich, leicht und die Bedienung ist geradezu selbsterklärend.

Die ersten Eindrücke in Bildern:

Ausschlaggebend für die Entscheidung für den ZOOM H4n waren vor allem die Tests, die P3Pictures mit verschiedenen Audiolösungen in Kombination mit der 5D MkII durchgeführt hat. Hier ist das Video mit ihrem Fazit, wer sich mehr mit der Materie befassen möchte, findet Links zu den einzelnen Testvideos im Anschluss:


(vimeolink)

P3Pictures’ “Canon 5D Mark II Audio Exposed” auf vimeo.com:
Teil 1: Geangelter Ton
Teil 2: An der Kamera befestigte Mikrofone
Teil 3: Funk-Ansteckmikros
Teil 4: Geräuschemachen
Teil 5: Rauschverhalten


Neue Weggefährten: Navigon 4310 und GPS Logger

Ui. Wir haben mal wieder Post bekommen. Die Reisevorbereitungen liegen in den letzten Zügen und es ist fast schon wie Weihnachten: Fast täglich trudeln irgendwelche Päckchen bei uns ein. Damit wir uns in den Staaten auch nicht verfahren, haben wir ab jetzt ein Navigon 4310 max, das uns die Firma Navigon freundlicherweise zur Verfügung stellt. Das 4310 max kommt zwar normalerweise nur mit europäischen Karten, aber für uns hat man dann doch eine Ausnahme gemacht :)

Man beachte den kleinen Aufkleber links unten… Ob wir damit wohl geheime Zufahrtswege zur Area 51 finden? (Klick zum Vergrößern)

Und wo wir schon bei GPS, Navigation und Geodaten sind: Damit wir die Fotos, die wir schießen, auch vernünftig taggen können, haben wir über ein allseits bekanntes Internetauktionshaus einen i-Blue 747 GPS Logger ersteigert. Für knappe 30 Euro. Mit dem i-Blue lassen sich Routen und Geodaten aufzeichnen, die man dann wohl per Software mit den in digitalen Fotos gespeicherten EXIF-Daten synchronisieren kann. Na mal sehen, ob und wie das so klappt. Erfahrungsbericht folgt, sobald auch dieses Gadget bei uns gelandet ist… Ich sag ja, wie Weihnachten.