Keith Davis Young ist ein junger Fotograf und Designer aus Austin, Texas, und ich habe mich gerade mit glänzenden Augen durch sein Flickr-Set mit dem eher unscheinbaren Titel 35mm geklickt. Fantastische Impressionen und Fragmente des alltäglichen Lebens hat er da eingefangen. Wohnmobile, Parkplätze, Diners und Restaurants, Menschen, Möbel, Stimmungen. Gleich anschauen gehen!
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Wenn man – wie wir auf unserer Recherche vergangenen Herbst – mit schmalem Budget reist, strebt man in der Regel nach den günstigsten Übernachtungsmöglichkeiten. In unserem Fall hieß das: Die zahlreichen billigen Motel-Ketten, die sich durchs ganze Land ziehen. Unser Reisebudget war allerdings so schmal, dass wir selbst unter den Billigketten nicht frei wählen konnten, sondern gezwungen waren, das jeweils günstigste Angebot zu nehmen.

Unsere erste Nacht verbrachten wir in Newark, NJ, unweit des Flughafens. Wir landeten spät und konnten erst am nächsten Morgen unseren Mietwagen abholen. Das Hotel versprach einen Shuttle-Service vom Flughafen und so warteten wir nebst anderen Reisenden an der Shuttle-Bucht auf selbiges. Es war reger Betrieb, nagelneue Vans von Mariott bis Hilton, von Best Western bis Holiday Inn, jeweils in den Farben der Hotels lackiert, lieferten Reisende ab und gabelten Neue auf. Die Fahrer trugen Gepäckstücke und halfen beim Einladen. Wir warteten. Und langsam kamen Zweifel am Shuttle-Service auf.
Zu Unrecht, denn irgendwann bog ein alter Dodge Van in die Bucht, der eigentlich grau war, wäre er nicht so rostig gewesen. Der Van sah so verbeult aus, als würde er in seiner Freizeit an Monster Truck Shows teilnehmen – nicht als Monster, versteht sich. Es bestand jedoch kein Zweifel, in der Windschutzscheibe lag ein Zettel mit dem Aufdruck Howard Johnson Hotel. Das hatten wir gebucht. Es muss nicht eigens erwähnt werden, dass der Fahrer ausschließlich Fahrer, kein Gepäckträger war! Als ob wir noch eine Bestätigung benötigten, dass es tatsächlich der richtige Van war, suchten wir verstohlen nach anderen Reisenden, die zum Howard Johnson wollten. Wir blieben die Einzigen. Das Hotel selbst war dann allerdings völlig in Ordnung. Unser Zimmer lag in der Einflugschneise und an der Interstate, die nach Manhattan führte, aber wir waren zu müde, um überhaupt darüber nachzudenken.
Tolle Fotoserie von Claire Martin über die Bewohner von Slab City (Wikipedia-Link), einer Community, die sich aus einem wilden Campingplatz in der Colorado Wüste im Südosten Kaliforniens gebildet hat.
Mindestens genauso tolle Bilder findet man in ihrem Album über die Salton Sea, dem größten See Kaliforniens, unweit von Slab City.
Am Rande von Slab City liegt auch der Salvation Mountain von Leonard Knight, den wir auch im Zuge unserer Recherche vergangenen Herbst besucht und in Bildern festgehalten haben:
Vorurteile aus dem Weg räumen, den Blick über den Tellerrand anregen und den Menschen ein anderes, weniger von Popkultur und Halbwissen geprägtes Amerikabild vermitteln – das ist auch eines der Ziele, das wir mit THE AMERICAN BACKROOM verfolgen. Der amerikanische Journalist und Wahl-Berliner Scot W. Stevenson hat sich Vergleichbares vorgenommen und setzt das auch äußerst erfolgreich in seinem tollen Blog USA Erklärt um. Unterhaltsam und fundiert räumt er Halbwahrheiten aus dem Weg und erklärt uramerikanische Zusammenhänge, die uns Deutschen oft nicht schlüssig erscheinen, geschweige denn bekannt sind. Seien es die Hintergründe des wirklichen nationalen Traumas der USA (Der Bürgerkrieg), der Aufbau des amerikanischen Polizeisystems oder seine Bemerkungen zur Todesstrafe – das alles verpackt er in lehrreiche, kurzweilige Texte, die sich oft an aktuellen Ereignissen aufhängen.
Daher uneingeschränkte Leseempfehlung: USA Erklärt
Auch gut: Stevensons Erklärung, warum er den Begriff “amerikanisch” dem Ausdruck “US-amerikanisch” vorzieht!
Die dreiteilige TV-Doku “Mister & Missis.Sippi” von und mit Volker Strübing, die unser TV Tipp zu Ostern war, ist jetzt auch in der 3Sat Mediathek zu finden. Dreimal 45 unterhaltsame Minuten, die den Zuschauer mitnehmen auf eine Reise abseits des Bekannten und in so manches amerikanische Hinterzimmer blicken. Wer’s verpasst hat, hat jetzt noch einmal Gelegenheit dazu. Keine Ahnung, wie lange die Filme in der Mediathek bleiben, hoffentlich für länger…
Direktlinks zur Mediathek (öffnen in einem neuen Fenster):
Teil 1 – Von St. Louis nach Cairo
Teil 2 – Von Memphis nach Vicksburg
Teil 3 – Von Saint Francisville nach New Orleans
Im AMERICAN BACKROOM Flickr Stream gibt es neues Bildmaterial aus dem verregneten Michigan und Ohio. Die Fotos entstanden während unserer Recherchereise im vergangenen Herbst. Viel Spaß beim Stöbern. Und nicht vergessen: Bei Flickr kann man auch kommentieren
Hier war’s in letzter Zeit etwas still geworden. Nicht, weil wir nichts zu sagen gehabt hätten. Nein, der Grund dafür ist eines unserer anderen Projekte: FREMDKÖRPER, der erste Langspielfilm aus dem Hause MovieBrats, den wir in den vergangenen zwei Jahren produziert haben und der jetzt Ende März endlich fertiggestellt wurde, was wir natürlich ordentlich gefeiert haben.
Aber wie das eben so ist, in den letzten Wochen der Fertigstellung, gibt man nochmal richtig Gas und so musste der AMERICAN BACKROOM für etwas mehr als einen Monat hintangestellt werden.
Ab sofort sind wir wieder da und stürzen uns wieder voller Energie ins Geschehen. Bald auch mit einigen Neuigkeiten und wichtigen Projekt-Updates.
Zwischenzeitlich hat auch der Berliner Tagesspiegel über unser Projekt berichtet (nicht mal für diese Meldung fanden wir Zeit *kopfschüttel*), denn AMERICAN BACKROOM ist eines der wenigen 3D Realfilmprojekte, das gerade im Raum Berlin-Brandenburg entsteht. Wer den Artikel nachlesen möchte, der am 9. März in der Printausgabe erschienen ist, kann dies hier online tun… (Schon wieder ein Monat her, wie die Zeit vergeht, Mannoman)
Und weil’s so schön ist, hier noch der Trailer zu FREMDKÖRPER:
Meredith Farmer fotographiert Landschaften. Und wie sie das macht! Wahnsinn!
Es ist ja immer so eine Sache mit den Landschaften Amerikas. Da ist dieser unglaublich weite Himmel, den wir in Europa einfach so nicht haben. Also dieses Gefühl der Größe und Entfernung. Wenn man das dann fotographiert, um es den Lieben zuhause zu zeigen, kommt das meist gar nicht so rüber. Man muss sich dann immer in endlose Erklärungsversuche begeben, um dieses Gefühl des “größeren Himmels” zu beschreiben, was in der Regel auch nur ein nüchternes “Aha. Schön” erntet. Es sei denn, man fotographiert wie Meredith Farmer. Sie schafft es, die Weite der Landschaften und des Himmels einzufangen. Und mich überkommt beim Betrachten ihrer Aufnahmen dieses totale Gefühl der Ruhe und Stille, das man automatisch verspürt, wenn man in echt an diesen Orten stehen würde. Wenn sich die Umgebungsgeräusche in den schier endlosen Entfernungen verlieren und alles ganz leise wird und irgendwie auch ganz klar.
Die meisten ihrer Bilder stammen aus Oregon und lassen sich dank des Geo-Tagging Features von Flickr genau lokalisieren. Nach Oregon hat uns unsere Recherche im vergangenen Herbst nicht geführt, aber das muss beim nächsten Trip nachgeholt werden. Bis dahin liefert Meredith Farmers Flickr-Stream einen ausgezeichneten Vorgeschmack.
Oregon – allein der Klang des Namens hat mir schon immer gefallen. Kann ich gar nicht oft genug hören.
Die Berlinale liegt in den letzten Zügen und der Trubel des European Film Marktes ist bereits verhallt… und wir finden wieder Zeit, ein paar neue Inhalte aus unserer Recherchereise vom letzten Herbst aufzubereiten: Fotos aus South Dakota, Wisconsin und Michigan, jetzt im Flickr-Stream von American Backroom. Bald folgen noch mehr – denn das Bildmaterial der Reise haben wir noch lange nicht alles ausgewertet.












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