Archive for the 'Links' Category

ASTERNAUTS – Eine Sci-Fi Kurzfilmkomödie auf Kickstarter

Es ist ganz schön ruhig geworden hier im Blog, aber keine Sorge, wir haben im Stillen und Verborgenen weiter gearbeitet an “The American Backroom” und Neuigkeiten gibt es bald. Wir haben außerdem eine Reihe von Projekten, die parallel entwickelt wurden, und das eine oder andere hat doch etwas schneller als erwartet Fahrt aufgenommen und dadurch mehr und mehr Zeit in Anspruch genommen.

Eines dieser Projekte will ich Euch vorstellen: ASTERNAUTS. Eine Science-Fiction Komödie von einer fantastischen jungen Regisseurin: Marta Masferrer. Wir haben Marta im Februar beim Berlinale Talent Campus kennengelernt, einem Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlins, wo sie mit ihrem Projekt aus über 150 Einsendungen für das Producers Pitching eingeladen war. Dort hat sie ASTERNAUTS zehn ausgewählten Produzenten aus Berlin-Brandenburg vorstellen können, einschließlich uns. Und wir haben uns sofort in das Projekt verliebt, nicht nur weil es eines der besten Kurzfilm Comedy Drehbücher ist, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, sondern weil es auch in jenem Teil Amerikas angesiedelt ist, den wir so gerne auch mit “The American Backroom” erkunden. Es passte perfekt, also haben wir uns für ASTERNAUTS entschieden. Und Marta hat sich für uns als Produzenten entschieden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Kurzfilm wird Anfang September in der Nähe von Austin, TX, produziert, und wir sorgen zusätzlich für die gesamte Postproduktion in Deutschland bis Ende des Jahres. Unser Ziel ist es, den Film für die Premiere zur kommenden Berlinale fertig zu stellen! Doch wir brauchen noch Eure Unterstützung, um Martas Vision auf die Leinwand zu bringen: Wir haben eine Crowdfunding Kampagne auf Kickstarter gestartet um unsere letzte Finanzierungslücke zu schließen. Schaut doch mal vorbei und werdet Teil von diesem großartigen Projekt! Wir haben ein paar fantastische Prämien für jeden investierten Dollar :) Aber Ihr könnt uns auch unterstützen, indem ihr die Kamapagne weiterverbreitet an Familie, Freunde, Kollegen, praktisch jeden… Bitte twittert, postet auf Facebook oder Google+! Wir wissen Euren Beitrag zu ASTERNAUTS wirklich sehr zu schätzen und danken für Euren Support!


Marchand & Meffre: Mehr Ruinen von Detroit

Auf die fantastischen Fotos von Yves Marchand und Romain Meffre aus den Ruinen von Detroit haben wir Euch schonmal vor ziemlich genau einem Jahr hingewiesen. Der Guardian hatte vor 14 Tagen einen tollen Artikel über ihre Arbeit und ihr Buch “The Ruins of Detroit” (Amazon Affiliate Link). Zum Artikel gibts auch eine Bildergalerie mit neuen Fotos, die bisher noch nicht online veröffentlicht waren.

Heute schiebt auch Spiegel Online einestages einen Text über den Detroiter Architekten Albert Kahn mit noch mehr Bildern von Marchand und Meffre hinterher.

Aus jedem Bild sprechen zahllose und vor allem traurige Geschichten vom urbanen Amerika des 20. Jahrhunderts. Absolut lesens- und sehenswert!


Crustypunks – Porträts New Yorker Obdachloser

Steven Hirsch hat ein spannendes Blog: Crustypunks. Fotos und Gspräche mit obdachlosen Punks im Tompkins Square Park im New Yorker East Village. Wikipedia erklärt: “Der Ursprung der Crusties liegt in der britischen Protestbewegung der 1980er Jahre [...]. Von Großbritannien aus verbreitete sich die Crustie-Bewegung nach Europa, Nord- und Südamerika und verband sich in den Vereinigten Staaten mit Ideen der Hobo- und Tramp-Kultur [...]. In unterschiedlicher Form besteht die Crustie-Kultur bis heute. Eine meist als negativ wahrgenommene Ausprägung des Crusties ist der klischeebeladene “Penner-Punk mit Hund”, andere obdachlose Crusties verdienen sich ihren Lebensunterhalt häufig als Straßenmusiker oder Gaukler.”

Und wenn New Yorker Crustypunks ganz offen ihre Lebensgeschichte erzählen, dann liest sich das so:

Ich bin ein Produkt des amerikanischen Pflegeelternsystems. Meine Mutter ist eine tschechische Hure und mein Vater ein dreckiger Araber. Sein Name war Ahmad oder so was ähnliches. Ich kam in Pflege als ich etwa drei Jahre alt war. Und eines Tages bin ich aufgewacht und war verdammte fünfzehn Jahre alt, dann bin ich aus dem Heim weggelaufen. Ich beschloss, dass es für mich das Beste wäre, wenn ich Crack abhängig werde und auf der Straße lebe. Die letzten zwei Jahre habe ich damit verbracht, meinen Verstand in Oklahoma City zu verlieren. – Ketchup [I'm a product of the American foster care system. My mom's a Czechoslovakian whore and my dad was a sand nigger. His name was Ahmad something or other. I grew up in the foster care system till I was three. So I woke up one day and I was fucking fifteen years old, ran away from the fucking group home. Decided it was in my best interests to become a crack head on the streets. And spent the last two years losing my mind in Oklahoma City.]

Oder auch so:

Ich bin außerdem ein Vampir. Ich bin in den Vampirismus hineingeboren und aufgewachsen. Als ich sehr jung war, wurde ich von meiner Familie und bösen Kirchenleuten verstoßen, Satansanbeter oder sowas ähnliches. Ich weiß nur, dass ich dazu gehörte, seit ich geboren wurde. Wenn ich trinke, spreche ich etwa elf oder zwölf Sprachen. Nicht im Moment. Zur Zeit, wenn der Krebs zu stark durchkommt wegen der Hitze, kann ich nicht klar denken. Ich mach mir die Chemo selbst. Ich hab ein Rezept dafür, irgendwo in Manhattan. Ich muss es nur abholen, wenn ich mich an die Adresse erinnern könnte. Ich bin Siebenunddreißig. Ich bin nicht verrückt. Ich bin kein Spinner. Ich bin nicht dumm. – Jeremy [I'm also a vampire. I was born and raised into vampirism. I was thrown out at a early young age from my family and everything by some wicked church people, satan worshippers or something. All I remember is I've been into it since I was born. I speak about eleven or twelve languages when I'm drinking. Not really right now. With the cancer setting in right now because of the heat and everything, just kinda like can't think right now. Doing my own chemo. And I got a prescription for it, somewhere here in Manhattan. I just gotta go pick it up, if I could remember where the address is. I'm thirty seven. I'm not crazy. I'm not insane. I'm not stupid.]

Mehr Porträts bei Crustypunks…


Premiere in Toronto: Erster Arthaus 3D Dokumentarfilm

Gerold von DigitaleLeinwand.de berichtet von “Cave of Forgotten Dreams”, dem ersten 3D Dokumentarfilm für das anspruchsvolle Arthaus Publikum, der hoffentlich auch Wegbereiter ist für weitere stereoskopische 3D-Projekte, THE AMERICAN BACKROOM eingeschlossen. Regie-Veteran Werner Herzog, der schon mit seiner wunderbaren Doku “Encounters at the End of the World” eine der Inspirationsquellen für THE AMERICAN BACKROOM schuf, nimmt sich in “Cave of Forgotten Dreams” der Höhlen von Vallon-Pont-d’Arc in Frankreich an, die für ihre ausgedehnten Höhlenmalereien berühmt sind. Nachdem die Höhlen für uns Normalsterbliche (i.e. die Öffentlichkeit) nicht zugänglich sind, ist es natürlich umso spannender, dass Herzog sich für stereoskopische Aufnahmen entschieden hat, um seine Doku zu realisieren.

Einen deutschen Starttermin gibt es leider noch nicht – und wenn man sich die Zahl der kleineren Lichtspielhäuser anschaut, die überhaupt einen 3D Dokumentarfilm spielen können, schwindet die Hoffnung, dass sich das in Kürze ändern wird (zu den zahlreichen Diskussionen, die das Thema der Digitalisierung in der Branche nach sich zieht, kann man sich ebenfalls bei DigitaleLeinwand.de informieren…)

“Cave” hatte seine Weltpremiere gestern auf dem Toronto International Film Festival. IndieWire hat die erste Kritik:

Herzog spielt das Geheimnis mit epischer Größe hoch, wobei er gelegentlich etwas übertreibt, meistens jedoch den Nagel auf den Kopf trifft. Er stellt den Schausplatz mit einer majestätischen Kranfahrt vor (die in 3D besonders eindringlich wirkt), die Kamera erhebt sich hoch über der Höhle und fängt die trostlose Landschaft ein. Während er kosmische Beobachtungen über “den Abgrund der Zeit” und ähnliches von sich gibt, steigt Herzog mit seinem kleinen Team in die Dunkelheit hinab, wo sie vorsichtig die 35.000 Jahre alten Kunstwerke erleuchten. Die in hohem Grade magische Aura des Bildmaterials reicht von Kohlezeichnungen von Tieren in Bewegung (“beinahe eine Art Ur-Kino”) bis hin zu Andeutungen von Selbstporträts (“als wäre die menschliche Seele in ihnen erwacht”). [Herzog naturally plays up the enigma at hand with epic grandeur, occasionally overdoing it but usually hitting the mark. Introducing the setting with a majestic crane shot (particularly immersive in 3-D), his camera soars above the cave and surveys the desolate landscape. Unleashing cosmic observations about "the abyss of time" and the like, Herzog ventures into the darkness with his small team, carefully illuminating the 35,000-year-old artwork within. The profoundly magical aura of the footage ranges from charcoal etchings of animals in motion ("almost like a form of proto-cinema") to hints of attempts at self-portraiture ("as if the human soul was awakened within them").]

Die komplette Kritik gibt’s hier, mehr Infos zum Projekt bei DigitaleLeinwand.de


3D-Tag auf ARTE mit Alfred Hitchcock und dem Schrecken vom Amazonas! Holt Euch bei uns die passenden Brillen…

Am 28. August 2010 zeigt ARTE zwei Filmklassiker in 3D: Alfred Hitchcocks “Bei Anruf Mord” und Jack Arnolds Horrorklassiker “Der Schrecken des Amazonas”, vielen besser bekannt als “The Creature from the Black Lagoon”. Ausgestrahlt werden beide Filme im Anaglyph-Verfahren, dass heißt in rot-cyan. Das ist freilich nicht zu vergleichen mit der digitalen 3D-Technik, die momentan im Kino für volle Kassen sorgt – und die auch bei der Produktion von “The American Backroom” zum Einsatz kommt, aber es ist eben jene Technik, mit der die Filme auch damals vor mehr als 50 Jahren in die Kinos kamen. Und vor allem ist es die aktuell einzige Möglichkeit, 3D Filme im Fernsehen sehen zu können, ohne dass man sich ein modernes 3D TV-Gerät anschaffen muss.

Veraltete Technik beseite, der Filmspaß in 3D steht bei ARTE mehr im Vordergrund. Den wenigsten ist wahrscheinlich bekannt, dass Altmeister Hitchcock schon mit 3D experimentiert hat, als die erste Welle von 3D Filmen in den 1950er Jahren für Furore sorgte. Ich kam schon einmal in den Genuss, den Hitchcock-Klassiker bei einem Special Screening in 3D auf dem Internationalen Filmwochenende Würzburg zu sehen. Aber das ist Jahre her – und den Schrecken des Amazonas kenn ich auch nur als “Flattie”. Insofern ist das eine tolle Aktion von ARTE, die wir gerne unterstützen!

Damit auch jeder 3D schauen kann, hat uns ARTE einen Schwung seiner offiziellen 3D Brillen zur Verfügung gestellt.

Und die verlosen wir: In 10 Sätzen zu je 3 Brillen – für den kollektiven 3D Spaß mit Freunden oder in der Familie.

Wer sich welche ergattern will, schreibt eine Email mit dem Betreff “3D Brille” an 3D@moviebrats.com. Bitte die Postanschrift in der Email nicht vergessen, damit sich die Brillen Anfang der Woche auf den Weg machen können. (Bitte beachten: Die Teilnahme ist beschränkt auf Postadressen innerhalb Deutschlands.)

Mehr Infos zum ARTE 3D Tag gibt es direkt bei ARTE…

Bei Anruf Mord (Dial ‘M’ For Murder)

USA 1954, 106 Min.
Regie: Alfred Hitchcock
Mit Ray Milland, Grace Kelly

Atemlose Spannung in 3D: Tony, Ehemann der wohlhabenden Margot, heuert jemanden an, um seine Frau zu töten. Als es ihr gelingt, den Mörder in Notwehr zu erstechen, ändert Tony seinen Plan: Geschickt fälscht er Indizien, um seine Frau vom Opfer zur Täterin zu machen. Nur Margots Ex-Geliebter Mark und Inspektor Hubbard könnten ihre Unschuld beweisen. Doch sie müssen sich beeilen, denn auf Margot wartet die Hinrichtung…


Der Schrecken vom Amazonas (The Creature from the Black Lagoon)

USA 1954, 75 Min.
Regie: Jack Arnold

Eine Expedition begibt sich auf die Suche nach einem urzeitlichen, schuppengepanzerten Ungeheuer in einem Nebenfluss des Amazonas. Das Wesen, halb Mensch, halb Amphibie entgeht allen Fallen, bis es sich in die junge Lebensgefährtin und Assistentin des Expeditionsleiters verliebt.


Amerika nach der großen Depression in Farbe

Wow! Die Denver Post hat eine tolle Fotosammlung mit Farbbildern aus der Zeit von 1939 bis 1943 zusammengestellt, die vor allem die Auswirkungen der Großen Depressionen auf das ländliche Amerika festhalten. Farbfotos aus längst vergangenen Zeiten sind allein schon super, aber die hier sind nochmal ganz besonders toll. Und stammen allesamt aus dem Archiv der Library of Congress, das man auf Flickr durchstöbern kann, wenn man 1.615 Fotos (!) lang Zeit hat.


Kurzdokus über Handwerkskunst

Drei schön gemachte Kurzdokus von The Scout Magazine über ganz individuelle Betriebe, in denen Kunst und Handwerk zusammenkommen: Die Brooklyn Chocolate Factory der Mast Brothers, das Architekturbüro von Roman & Williams und die Gürtel- und Ledermanufaktur von Billykirk.


(The Mast Brothers on vimeo)

Bei den Mast Brothers war auch schon mal das Einrichtungsblog The Selby zu Besuch und hat die altmodische Chocolaterie in Bildern festgehalten.


(Roman & Williams on vimeo)


(Billykirk on vimeo)


Fotoserie: Die US Flagge im Alltag

Tattered heißt die schöne Fotoserie von Seth Butler, in der er die Verwendung der Stars and Stripes, das “universelle, bewegende und komplexe Symbol des amerikanischen Selbstbildes”, im Alltagsbild Amerikas dokumentiert. Die amerikanische Flagge ist ja wirklich allgegenwärtig, und nicht immer geht ihre Darstellung mit dem so genannten Flag Code, den Regeln des Respekts gegenüber der Flagge, konform.


15 Cent Burger


Foto CC: BWChicago

Vorgestern vor 70 Jahren hat die erste McDonald’s Imbissbude in San Bernardino eröffnet. Selbstverständlich noch weit entfernt vom heutigen Franchise-Imperium. Spiegel Online/einestages hat ein schönes Feature und eine Bildergalerei über die Anfänge der Brüder Dick und Mac McDonald – und wie sich aus ihrer Burgerbraterei einer der größten amerikanischen Exportschlager aller Zeiten entwickelt hat. Angefangen mit Burgern für bereits damals sagenhafte 15 Cent!

Sie stellten fest: Amerika hatte sich extrem verändert, vor allem war es schneller geworden. Anstatt der alten Tante-Emma-Läden regierte in Supermärkten und Warenhäusern das Prinzip der Selbstbedienung, eilig hasteten die Menschen von Ort zu Ort. Nachdem Henry Ford bereits 1913 auf Fließbandproduktion umgestellt hatte, übertrugen die Brüder McDonald diesen Arbeitsprozess auf die Gastronomie. Im Herbst 1948 schlossen sie ihre Burgerbar, feuerten die Kellnerinnen und rüsteten die Küche auf den neuen “Blitzservice” um.


Mike Brodies alternatives Amerika

Mike Brodie hat sich mit 18 Jahren und einer Polaroid Kamera im Gepäck aufgemacht, die USA per Zug zu erkunden. Auf seinem rund dreijährigen Trip hat er eine Seite von Amerika kennengelernt, die kaum weiter vom allgemeinen Popkulturverständnis und den Touristenpfaden entfernt sein kann. Es ist die Welt von Vagabunden, Obdachlosen und v.a. schwarzfahrenden Güterzugreisenden (ein besseres Wort für freighthoppers fällt mir nicht ein). Brodie nennt es “travel culture” (Reisekultur) und er hat praktisch Hunderte spannender Polaroids von alternativen Lebensstilen zwischen Gleisbetten und Güterbahnhöfen geschossen. Das hat ihm nicht nur den Spitznamen Polaroid Kidd eingebracht, seine Bilder füllen Ausstellungen auf der ganzen Welt.

Bei Needless & Pens gibt es eine Auswahl seiner Bilder hier und hier, bei Arteven noch mehr, und DryInk hat ein Interview mit The Polaroid Kidd.