Auf die fantastischen Fotos von Yves Marchand und Romain Meffre aus den Ruinen von Detroit haben wir Euch schonmal vor ziemlich genau einem Jahr hingewiesen. Der Guardian hatte vor 14 Tagen einen tollen Artikel über ihre Arbeit und ihr Buch “The Ruins of Detroit” (Amazon Affiliate Link). Zum Artikel gibts auch eine Bildergalerie mit neuen Fotos, die bisher noch nicht online veröffentlicht waren.
Heute schiebt auch Spiegel Online einestages einen Text über den Detroiter Architekten Albert Kahn mit noch mehr Bildern von Marchand und Meffre hinterher.
Aus jedem Bild sprechen zahllose und vor allem traurige Geschichten vom urbanen Amerika des 20. Jahrhunderts. Absolut lesens- und sehenswert!
Nach Werner Herzogs 3D Dokumentarfilm kommt jetzt der nächste künstlerisch anspruchsvolle Arthaus 3D-Film eines legendären deutschen Regisseurs: Wim Wenders’ PINA.
Dieser Film wird anders als alles 3D, was wir bisher aus Hollywood kennen. Tanzfilm und Dokumentarfilm zugleich ist er vor allem eine große Verbeugung vor der kürzlich verstorbenen Pina Bausch, der legendären Choreographin am Tanztheater Wuppertal. Jetzt gibt es endlich einen Trailer! Leider nur in 2D. Ich hatte das Glück, schonmal ein paar Minuten in 3D sehen zu können und ich kann sagen: PINA verspricht ein außergewöhnliches Filmkunstwerk zu werden, das die Kombination von stereoskopischem 3D mit den Tanzchoreographien auf der Bühne wie auch im öffentlichen Raum perfekt und auf höchstem Niveau umsetzt. Mit diesem weiteren künstlerisch anspruchsvollen 3D Film wird wieder ein Stück Weg geebnet für zukünftige außergewöhnliche 3D Projekte wie unsere Doku “American Backroom”. Also: Weitersagen und im Frühjahr 2011 ins Kino gehen, wenn der Film auf die 3D (!) Leinwände kommt.
Wie jeder inzwischen wissen sollte, der dieses Blog von Zeit zu Zeit besucht, sind verlassende und verfallene Orte nicht nur ein Thema für das Blog, sondern auch für unseren geplanten 3D Dokumentarfilm. Jedesmal aufs Neue finde ich Bilder des Verfalls so spannend und packend, sei es die unheimliche Atmosphäre oder die geisterhaften Erinnerungen, die in ihnen stecken. Dem Filmemacher Teddy Smith geht’s offensichtlich ähnlich. Er hat den Six Flags Freizeitpark in New Orleans besucht, der 2005 von Hurricane Katrina zerstört und nicht mehr wiedereröffnet wurde. Unten findet Ihr seine wunderschön gefilmte Videotour. Der Park soll Anfang 2011 endgültig abgerissen werden.
Mehr “American Southwest-Zeitraffer-Porno”, diesmal von Dan Eckert, der seine Motive entlang Highway 395 in der kalifornischen Wüste fand. Und ein paar in Arizona.
Tom Lowe macht Zeitrafferaufnahmen. Von Felsen. Canyons. Wolken. Und Licht. Und das sieht sowas von fantastisch gut aus, das muss man mit eigenen Augen gesehen haben. In seinem Blog berichtet Tom von den Strapazen und technischen Herausforderungen, die mit der Produktion einhergehen. Und es überrascht mich überhaupt nicht, dass er dabei seine tiefste Bewunderung dem Filmemacher Ron Fricke entgegenbringt, denn das kann man einfach nur unterstreichen.
So, und jetzt schließen wir mal kurz die Augen und versuchen uns diese Aufnahmen auf großer Leinwand und in einem dunklen Kinosaal vorzustellen. In 3D. Vor allem in 3D! Dann haben wir eine Ahnung davon, wohin uns THE AMERICAN BACKROOM zumindest streckenweise (ent)führen wird…
Wahnsinn! Ein Typ macht auf Forrest Gump und durchquert Amerika zu Fuß. Naja, nicht wirklich. Aber trotzdem toll gemachter Stop Motion Kurzfilm von… öhm, offensichtlich steckt eine Jeansmarke dahinter. Auch gut. Das Fernweh, das man bekommt, ist jedenfalls echt. Und wer es dem Läufer gleich tun will, mit oder ohne Jeans, kann sich bei Google Maps die Marschroute abgreifen.
Der Fotograf Nadav Neuhaus hat sich in die Wüste New Mexicos begeben und Menschen gefunden, die auf ihre Art den wilden Westen wieder aufleben lassen. “Life Off The Grid” nennt er sein kurzes Video – Leben außerhalb von Strukturen: Selbstversorger ohne fließend Wasser, ohne Strom. Und ohne Gesetz. Schade, dass das Video nur 3 Minuten dauert. Aber wenn man mehr erfahren möchte über das Leben auf The Mesa, dann gibt es immer noch den preisgekrönten Dokumentarfilm “Off the Grid: Life on the Mesa” von Jeremy und Randy Stulberg.
Ross Ching hat sich die Frage gestellt, wie sähe Los Angeles aus, wenn es ab morgen keine Autos mehr gäbe. Seine Antwort ist das folgende Video, in dem er sich die Mühe gemacht hat, sämtliche Autos in L.A. verschwinden zu lassen. Die Stadt der 12-Spur-Highways. Ohne PKWs. Ohne LKWs. Ohne Pickups. Aber mit Musik von Radiohead.
Ich finde ja alte Fassadenreklame, die praktisch überall in Amerika von verrußten Backsteinwänden blättert, eh total klasse. Und wer den AMERICAN BACKROOM Flickr-Stream durchforstet, wird auch das eine oder andere Foto dazu finden. Der New Yorker Filmemacher Malcolm Murray hat sich jedenfalls mal den Alltag der Fassadenmaler genauer angesehen. Das ganze ist so wunderschön gefilmt und so herzerwärmend erzählt, dass einem fast die Tränen kommen. Hier also ausnahmesweise ein Film, der mal nicht hinter, sondern vor die Fassade blickt.
You are about to witness the exciting story of a city and its people. It will be an adventure that will open new sights in familiar surroundings. That city is Detroit. Home of nearly two million people.(Sie werden gleich Zeuge der aufregenden Geschichte einer Stadt und ihrer Bürger; eines Abenteuers, das Ihnen neue Anblicke in gewohnter Umgebung ermöglicht. Diese Stadt heißt Detroit. Heimat von fast zwei Millionen Menschen.)
Mit diesen stolzen Worten leitet Julian Temple seine Doku “Requiem for Detroit” ein, die kürzlich von der BBC ausgestrahlt wurde. Es sind nicht seine Worte, sondern sie entstammen einem Werbefilm aus vergangenen Zeiten, in dem einst ein Bürgermeister Detroits ins Schwärmen geriet. Was Julian Temple damit anstellt, ist so einfach und zugleich so wirkungsvoll, dass es mir gerade eiskalt den Rücken runterlief. Er projiziert den Werbefilm auf die Fassaden der Ruinen im heutigen Detroit, während die Stimme des ehemaligen Bürgermeisters durch leere Fensterhöhlen und verlassene Korridore hallt. Eine Technik, die er noch häufiger einsetzt in den 75 packenden Minuten seiner fantastischen Dokumentation. Temple lässt Künstler, Poeten, Urban Explorers und viele andere zu Wort kommen und sich von ihnen durch urbane Landschaften führen, die man gesehen haben muss, während er von Aufstieg und Fall einer der mächtigsten Städte des Industriezeitalters erzählt. Julian Temple:
Detroit was the frontier city in the US, powering the American dream. What I find fascinating is the fact that it is still ahead of the game, becoming the first big US city to virtually fall off the map.(Detroit war einst die Spitze der USA, die den American Dream beflügelt hat. Das Faszinierende ist, dass sie heute wieder allen voraus ist: Es ist die erste amerikanische Großstadt, die praktisch komplett von der Landkarte verschwinden wird.)
Unbedingte Anschau-Empfehlung. Am besten hier und jetzt, denn wer weiß, wie lange das gute Stück auf YouTube zu finden ist.
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