Im AMERICAN BACKROOM Flickr Stream gibt es neues Bildmaterial aus dem verregneten Michigan und Ohio. Die Fotos entstanden während unserer Recherchereise im vergangenen Herbst. Viel Spaß beim Stöbern. Und nicht vergessen: Bei Flickr kann man auch kommentieren
Archive for the 'Bilder' Category
Page 2 of 4
Meredith Farmer fotographiert Landschaften. Und wie sie das macht! Wahnsinn!
Es ist ja immer so eine Sache mit den Landschaften Amerikas. Da ist dieser unglaublich weite Himmel, den wir in Europa einfach so nicht haben. Also dieses Gefühl der Größe und Entfernung. Wenn man das dann fotographiert, um es den Lieben zuhause zu zeigen, kommt das meist gar nicht so rüber. Man muss sich dann immer in endlose Erklärungsversuche begeben, um dieses Gefühl des “größeren Himmels” zu beschreiben, was in der Regel auch nur ein nüchternes “Aha. Schön” erntet. Es sei denn, man fotographiert wie Meredith Farmer. Sie schafft es, die Weite der Landschaften und des Himmels einzufangen. Und mich überkommt beim Betrachten ihrer Aufnahmen dieses totale Gefühl der Ruhe und Stille, das man automatisch verspürt, wenn man in echt an diesen Orten stehen würde. Wenn sich die Umgebungsgeräusche in den schier endlosen Entfernungen verlieren und alles ganz leise wird und irgendwie auch ganz klar.
Die meisten ihrer Bilder stammen aus Oregon und lassen sich dank des Geo-Tagging Features von Flickr genau lokalisieren. Nach Oregon hat uns unsere Recherche im vergangenen Herbst nicht geführt, aber das muss beim nächsten Trip nachgeholt werden. Bis dahin liefert Meredith Farmers Flickr-Stream einen ausgezeichneten Vorgeschmack.
Oregon – allein der Klang des Namens hat mir schon immer gefallen. Kann ich gar nicht oft genug hören.
Die Berlinale liegt in den letzten Zügen und der Trubel des European Film Marktes ist bereits verhallt… und wir finden wieder Zeit, ein paar neue Inhalte aus unserer Recherchereise vom letzten Herbst aufzubereiten: Fotos aus South Dakota, Wisconsin und Michigan, jetzt im Flickr-Stream von American Backroom. Bald folgen noch mehr – denn das Bildmaterial der Reise haben wir noch lange nicht alles ausgewertet.
Beeindruckende Bilder bietet eine Bilderfolge von Jacob Holdt, der Anfang der 70er Jahren in den USA lebte und Mißstände, die Armut und Lebensumstände der Meschen fotographisch festhielt und das “normale” Leben der Mittelschicht bildlich dagegen setzte.
Joe Stevens sammelt in seinen Bildern amerikanische Vans im Südwesten und fängt ein Stück Lebensraum ein, das vor allem an das Amerika der siebziger Jahre erinnert. Eine spannende Studie amerikanischer Ästhetik, Farbe und Umgebung – und eine kleine Flucht in wärmere Gefilde, gerade bei den Temperaturen da draußen.
Stöbertipp: Im Forum von Skyscrapercity.com gibt’s eine Sammlung mit ganz vielen ganz tollen Bildern aus dem Los Angeles vor unserer Zeit, also jedenfalls vor meiner… 50er, 40er, 30er, 20er Jahre, zum Teil sogar noch älter.
Endzeitfilme wie “I am Legend” brauchen millionenteure Special Effects, um Welten zu erschaffen, die in Detroit längst Alltag sind. Die Pariser Fotographen Yves Marchand und Romain Meffre finden im Untergang von Motown vergleichbare Monumente wie die Pyramiden von Gizeh, das Colloseum oder die Akropolis. Das Ergebnis ist gleichermaßen schön wie beängstigend und liefert nochmals neue Ansichten eines Amerika, wie man es selten oder nie gesehen hat.
Ruins are the visible symbols and landmarks of our societies
and their changes, small pieces of history in suspension.
The state of ruin is essentially a temporary situation that happens at
some point, the volatile result of change of era and the fall of empires.

(via)
Wir rollen durch die Nacht und den Texas Panhandle Richtung Amarillo, als uns das Benzin ausgeht. Nicht vom Wagen, sondern vom Feuerzeug. Die letzte Tanke liegt schon eine ganze Weile zurück. Und wenn das Verlangen nach Nikotin zu groß wird, dann nimmt man es eben in Kauf, auch mal von der I-40 runterzufahren und sein Glück bei den paar Lichtern in der Ferne zu suchen. Nach Tanke sieht es dort aber auch nicht aus. Stattdessen begrüßt uns ein überdimensionierter und von Rostflecken überzogener Blechkaktus mit der neonleuchtendgrünen Aufschrift Cactus Inn. Hier, beschließen wir, werden wir übernachten. Gibt in der Dunkelheit eh nichts zu sehen. Können wir genauso gut schlafen. In dem winzigen Office greife ich als erstes in die Schale mit Streichhölzern. Dann treffe ich Peggy Baer, die Managerin des Cactus Inn. Und zugleich stolze Bürgermeisterin von McLean, Texas. McLeans erste Frau in diesem Amt. Ihre Wahl habe sogar ein internationales Medienecho nach sich gezogen, wird Peggy nicht müde immer wieder zu betonen, als sie vom Grund unserer Reise hört. Durch die Tür hinter ihr fällt mein Blick ins Wohnzimmer, von wo aus mir ihr Mann Duwain aus einem Lazy Boy zunickt, einem jener überdimensionierten, verstellbaren amerikanischen TV-Sessel, bei denen der Name Programm ist. Zwei solcher Lazy Boys gibt es in Peggy und Duwain Baers Wohnzimmer. Einen großen Fernseher. Und sonst viel Platz.
















Deutsch
English
NEUESTE KOMMENTARE