Archive for the 'Stereo 3D' Category

Trailer zum 3D Film “Pina”

Nach Werner Herzogs 3D Dokumentarfilm kommt jetzt der nächste künstlerisch anspruchsvolle Arthaus 3D-Film eines legendären deutschen Regisseurs: Wim Wenders’ PINA.

Dieser Film wird anders als alles 3D, was wir bisher aus Hollywood kennen. Tanzfilm und Dokumentarfilm zugleich ist er vor allem eine große Verbeugung vor der kürzlich verstorbenen Pina Bausch, der legendären Choreographin am Tanztheater Wuppertal. Jetzt gibt es endlich einen Trailer! Leider nur in 2D. Ich hatte das Glück, schonmal ein paar Minuten in 3D sehen zu können und ich kann sagen: PINA verspricht ein außergewöhnliches Filmkunstwerk zu werden, das die Kombination von stereoskopischem 3D mit den Tanzchoreographien auf der Bühne wie auch im öffentlichen Raum perfekt und auf höchstem Niveau umsetzt. Mit diesem weiteren künstlerisch anspruchsvollen 3D Film wird wieder ein Stück Weg geebnet für zukünftige außergewöhnliche 3D Projekte wie unsere Doku “American Backroom”. Also: Weitersagen und im Frühjahr 2011 ins Kino gehen, wenn der Film auf die 3D (!) Leinwände kommt.


(SternTrailerPremiere)


Amerikanische Ruinen in 3D

Amerikanische Ruinen in 3D! Das klingt ja fast wie die eine oder andere Szene aus THE AMERICAN BACKROOM… oder wie das Fotoprojekt von Matt Bergstrom. Der plant nämlich, drei View-Master Sets von verlassenen bzw. verfallenen Gebäuden in 3D zu produzieren. Der View-Master ist ein tragbares Bildbetrachtungsgerät für stereoskopische Dias, die auf einer rotierenden Scheibe angeordnet sind. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an diese Mini-Fernseher, mit denen man wie in einem Guckkasten winzige verblichene Fotos von Sehenswürdigkeiten bestaunen konnte. So ähnlich ist das beim View-Master. Matt Bergstrom hatte wohl genug von idyllischen Berghängen und fröhlichen Touristenszenen in Technicolor. Jetzt müssen verfallene Gebäude her, von denen es ja eine Menge gibt in den Staaten. Leider fehlt ihm dafür noch das nötige Kleingeld, drum sucht er Unterstützung per Kickstarter: American Ruins in 3D! Im View Master Dingens. Toll! Unterstützen wir gerne. Und wer jetzt auch so etwas haben will… Schon ab 11 Dollar Spende gibt’s ein View-Master Set gratis! Den nötigen View-Master gibt’s noch immer im Spielwarenhandel.


Premiere in Toronto: Erster Arthaus 3D Dokumentarfilm

Gerold von DigitaleLeinwand.de berichtet von “Cave of Forgotten Dreams”, dem ersten 3D Dokumentarfilm für das anspruchsvolle Arthaus Publikum, der hoffentlich auch Wegbereiter ist für weitere stereoskopische 3D-Projekte, THE AMERICAN BACKROOM eingeschlossen. Regie-Veteran Werner Herzog, der schon mit seiner wunderbaren Doku “Encounters at the End of the World” eine der Inspirationsquellen für THE AMERICAN BACKROOM schuf, nimmt sich in “Cave of Forgotten Dreams” der Höhlen von Vallon-Pont-d’Arc in Frankreich an, die für ihre ausgedehnten Höhlenmalereien berühmt sind. Nachdem die Höhlen für uns Normalsterbliche (i.e. die Öffentlichkeit) nicht zugänglich sind, ist es natürlich umso spannender, dass Herzog sich für stereoskopische Aufnahmen entschieden hat, um seine Doku zu realisieren.

Einen deutschen Starttermin gibt es leider noch nicht – und wenn man sich die Zahl der kleineren Lichtspielhäuser anschaut, die überhaupt einen 3D Dokumentarfilm spielen können, schwindet die Hoffnung, dass sich das in Kürze ändern wird (zu den zahlreichen Diskussionen, die das Thema der Digitalisierung in der Branche nach sich zieht, kann man sich ebenfalls bei DigitaleLeinwand.de informieren…)

“Cave” hatte seine Weltpremiere gestern auf dem Toronto International Film Festival. IndieWire hat die erste Kritik:

Herzog spielt das Geheimnis mit epischer Größe hoch, wobei er gelegentlich etwas übertreibt, meistens jedoch den Nagel auf den Kopf trifft. Er stellt den Schausplatz mit einer majestätischen Kranfahrt vor (die in 3D besonders eindringlich wirkt), die Kamera erhebt sich hoch über der Höhle und fängt die trostlose Landschaft ein. Während er kosmische Beobachtungen über “den Abgrund der Zeit” und ähnliches von sich gibt, steigt Herzog mit seinem kleinen Team in die Dunkelheit hinab, wo sie vorsichtig die 35.000 Jahre alten Kunstwerke erleuchten. Die in hohem Grade magische Aura des Bildmaterials reicht von Kohlezeichnungen von Tieren in Bewegung (“beinahe eine Art Ur-Kino”) bis hin zu Andeutungen von Selbstporträts (“als wäre die menschliche Seele in ihnen erwacht”). [Herzog naturally plays up the enigma at hand with epic grandeur, occasionally overdoing it but usually hitting the mark. Introducing the setting with a majestic crane shot (particularly immersive in 3-D), his camera soars above the cave and surveys the desolate landscape. Unleashing cosmic observations about "the abyss of time" and the like, Herzog ventures into the darkness with his small team, carefully illuminating the 35,000-year-old artwork within. The profoundly magical aura of the footage ranges from charcoal etchings of animals in motion ("almost like a form of proto-cinema") to hints of attempts at self-portraiture ("as if the human soul was awakened within them").]

Die komplette Kritik gibt’s hier, mehr Infos zum Projekt bei DigitaleLeinwand.de


3D-Tag auf ARTE mit Alfred Hitchcock und dem Schrecken vom Amazonas! Holt Euch bei uns die passenden Brillen…

Am 28. August 2010 zeigt ARTE zwei Filmklassiker in 3D: Alfred Hitchcocks “Bei Anruf Mord” und Jack Arnolds Horrorklassiker “Der Schrecken des Amazonas”, vielen besser bekannt als “The Creature from the Black Lagoon”. Ausgestrahlt werden beide Filme im Anaglyph-Verfahren, dass heißt in rot-cyan. Das ist freilich nicht zu vergleichen mit der digitalen 3D-Technik, die momentan im Kino für volle Kassen sorgt – und die auch bei der Produktion von “The American Backroom” zum Einsatz kommt, aber es ist eben jene Technik, mit der die Filme auch damals vor mehr als 50 Jahren in die Kinos kamen. Und vor allem ist es die aktuell einzige Möglichkeit, 3D Filme im Fernsehen sehen zu können, ohne dass man sich ein modernes 3D TV-Gerät anschaffen muss.

Veraltete Technik beseite, der Filmspaß in 3D steht bei ARTE mehr im Vordergrund. Den wenigsten ist wahrscheinlich bekannt, dass Altmeister Hitchcock schon mit 3D experimentiert hat, als die erste Welle von 3D Filmen in den 1950er Jahren für Furore sorgte. Ich kam schon einmal in den Genuss, den Hitchcock-Klassiker bei einem Special Screening in 3D auf dem Internationalen Filmwochenende Würzburg zu sehen. Aber das ist Jahre her – und den Schrecken des Amazonas kenn ich auch nur als “Flattie”. Insofern ist das eine tolle Aktion von ARTE, die wir gerne unterstützen!

Damit auch jeder 3D schauen kann, hat uns ARTE einen Schwung seiner offiziellen 3D Brillen zur Verfügung gestellt.

Und die verlosen wir: In 10 Sätzen zu je 3 Brillen – für den kollektiven 3D Spaß mit Freunden oder in der Familie.

Wer sich welche ergattern will, schreibt eine Email mit dem Betreff “3D Brille” an 3D@moviebrats.com. Bitte die Postanschrift in der Email nicht vergessen, damit sich die Brillen Anfang der Woche auf den Weg machen können. (Bitte beachten: Die Teilnahme ist beschränkt auf Postadressen innerhalb Deutschlands.)

Mehr Infos zum ARTE 3D Tag gibt es direkt bei ARTE…

Bei Anruf Mord (Dial ‘M’ For Murder)

USA 1954, 106 Min.
Regie: Alfred Hitchcock
Mit Ray Milland, Grace Kelly

Atemlose Spannung in 3D: Tony, Ehemann der wohlhabenden Margot, heuert jemanden an, um seine Frau zu töten. Als es ihr gelingt, den Mörder in Notwehr zu erstechen, ändert Tony seinen Plan: Geschickt fälscht er Indizien, um seine Frau vom Opfer zur Täterin zu machen. Nur Margots Ex-Geliebter Mark und Inspektor Hubbard könnten ihre Unschuld beweisen. Doch sie müssen sich beeilen, denn auf Margot wartet die Hinrichtung…


Der Schrecken vom Amazonas (The Creature from the Black Lagoon)

USA 1954, 75 Min.
Regie: Jack Arnold

Eine Expedition begibt sich auf die Suche nach einem urzeitlichen, schuppengepanzerten Ungeheuer in einem Nebenfluss des Amazonas. Das Wesen, halb Mensch, halb Amphibie entgeht allen Fallen, bis es sich in die junge Lebensgefährtin und Assistentin des Expeditionsleiters verliebt.


Schreiben für 3-D

In der L.A. Times geht Steve Zeitchik der Frage nach, wie sehr der 3-D Boom das Drehbuchschreiben beeinflusst. Das Szenario, das er da ausmalt, halte ich für ein wenig übertrieben. Da heißt es beispielsweise:

While [many directors and writers] express a general enthusiasm for the form, they say executives don’t always grasp all the complexities of adding that extra dimension. As the 3-D storm continues to gather, they point out that 3-D will affect much more than whether a filmgoer picks up a pair of glasses: It will change what films get made, and even the very nature of cinematic storytelling. (Deutsch: [Viele Regisseure und Autoren] sind zwar im allgemeinen begeistert über das Format, sagen aber auch, dass die Studiobosse nicht ganz verstanden hätten, mit welchen Schwierigkeiten die Erweiterung um die dritte Dimension verbunden ist. Während der 3-D Sturm immer mehr Fahrt aufnimmt, weisen sie darauf hin, dass 3-D weitaus mehr nach sich zieht, als dass die Kinogänger eine Brille aufsetzen müssten: 3-D würde die Art und Weise verändern, wie Filme gemacht werden, und sogar den Kern des filmischen Geschichtenerzählens.)

Sicherlich werden in Hollywood vermehrt Produktionen auf den Weg gebracht, die sich auch als 3-D Fassung gut machen, aber der Kern filmischen Erzählens wird sich dadurch nicht gravierend verändern, genauso wenig wie sich durch den Farbfilm oder 70mm Cinemascope das Geschichtenerzählen verändert hat. Es ist vielmehr eine Frage der Genre-Wahl, und wenn sich Hollywood nur auf das Spektakel-3-D-Kino beschränkt, dann sind Autoren natürlich auch gefordert, für das Spektakel zu schreiben. Früher oder später wird der Zeitpunkt kommen, ab dem es nicht mehr nur darum geht, Dinge aus der Leinwand heraustreten zu lassen. Denn es lassen sich auch kleine Geschichten mit 3-D als gestalterisches Mittel von Inszenierung, Kamera und Schnitt umsetzen. Und das wird für den Autor zunächst mal keine große Rolle spielen. Figuren und der Plot werden schließlich nicht besser, wenn man auf 3-D-Momente hin schreibt.

Ich kann nur John August’s Kommentar dazu unterstreichen

I’m currently writing a film which is designed to be black-and-white and 3-D. Reading the script, you’d never know it. (Deutsch: Ich schreibe zurzeit einen Film, der schwarz-weiß und 3-D sein wird. Wenn man das Drehbuch liest, würde man das nie erahnen.)

Ich jedenfalls bin gespannt auf die ersten 3-D Filme, die nicht dem Spektakel-Kino zuzuordnen sind. Auch AMERICAN BACKROOM ist alternativer Inhalt für 3-D Kinos, und ich bin sicher, bis dahin wird noch der ein oder andere unerwartete 3-D Film den Weg auf die Leinwand finden. Man muss nur dafür offen sein. Unsere Meinung zu den Möglichkeiten von 3-D am Beispiel Dokumentarfilm haben wir hier bereits ausführlich erörtert. Steve Zeitchik schlägt mit seinem L.A.Times-Artikel eher in die 3-D Skeptiker-Ecke. Bezeichnenderweise endet sein Text auch mit dem Zitat

I don’t want to watch “Precious” in 3-D. (Deutsch: I möchte “Precious” nicht in 3-D sehen.)

Beabsichtigt oder auch nicht, es steht herrlich konträr zu Martin Scorseses Meinung über 3-D. Der sagte nämlich: “Why couldn’t a film like Precious be in 3-D? It should be.” (Deutsch: Warum kann nicht auch ein Film wie “Precious” in 3-D sein. Er sollte es sein!)

Was denkt ihr?


Happy Birthday, DigitaleLeinwand.de

Das Blog DigitaleLeinwand.de feiert Einjähriges und deshalb gratulieren wir an dieser Stelle und wünschen alles Gute! Seit zwölf Monaten beschäftigt sich DigitaleLeinwand.de mit Themen rund um die Digitalisierung des Kinos. 3-D Film ist dabei natürlich ein ganz wichtiges Stichwort und war sicher – ähnlich wie an den Kinokassen – einer der treibenden Faktoren hinter dem Blog. Denn was vor einem Jahr mit einem Beitrag über (wie treffend) Barack Obama und 3-D Brillen begonnen hat, hat sich zum wohl wichtigsten und meistgelesenen Blog im deutschsprachigen Raum entwickelt, das sich auf das digitale Kinozeitalter spezialisiert hat. Wer sich für diese Themen interessiert, kommt praktisch nicht an DigitaleLeinwand.de vorbei. Auch dazu darf man dem Betreiber Gerold Marks gratulieren.

Auch wir nutzen DigitaleLeinwand.de als tägliche Informationsquelle und freuen uns über den freundschaftlichen Kontakt, der sich inzwischen zu Gerold Marks entwickelt hat. Vielen Dank, Gerold, auch für den Zuspruch und die vielen netten Worte für unser Projekt THE AMERICAN BACKROOM. Auf die nächsten zwölf Monate.