Monthly Archive for September, 2010

Kalifornien/Arizona Zeitraffer

Mehr “American Southwest-Zeitraffer-Porno”, diesmal von Dan Eckert, der seine Motive entlang Highway 395 in der kalifornischen Wüste fand. Und ein paar in Arizona.


(Vimeodirektlink)

Ähnliche Beiträge: Tom Lowes Zeitraffer Landschaften


Crustypunks – Porträts New Yorker Obdachloser

Steven Hirsch hat ein spannendes Blog: Crustypunks. Fotos und Gspräche mit obdachlosen Punks im Tompkins Square Park im New Yorker East Village. Wikipedia erklärt: “Der Ursprung der Crusties liegt in der britischen Protestbewegung der 1980er Jahre [...]. Von Großbritannien aus verbreitete sich die Crustie-Bewegung nach Europa, Nord- und Südamerika und verband sich in den Vereinigten Staaten mit Ideen der Hobo- und Tramp-Kultur [...]. In unterschiedlicher Form besteht die Crustie-Kultur bis heute. Eine meist als negativ wahrgenommene Ausprägung des Crusties ist der klischeebeladene “Penner-Punk mit Hund”, andere obdachlose Crusties verdienen sich ihren Lebensunterhalt häufig als Straßenmusiker oder Gaukler.”

Und wenn New Yorker Crustypunks ganz offen ihre Lebensgeschichte erzählen, dann liest sich das so:

Ich bin ein Produkt des amerikanischen Pflegeelternsystems. Meine Mutter ist eine tschechische Hure und mein Vater ein dreckiger Araber. Sein Name war Ahmad oder so was ähnliches. Ich kam in Pflege als ich etwa drei Jahre alt war. Und eines Tages bin ich aufgewacht und war verdammte fünfzehn Jahre alt, dann bin ich aus dem Heim weggelaufen. Ich beschloss, dass es für mich das Beste wäre, wenn ich Crack abhängig werde und auf der Straße lebe. Die letzten zwei Jahre habe ich damit verbracht, meinen Verstand in Oklahoma City zu verlieren. – Ketchup [I'm a product of the American foster care system. My mom's a Czechoslovakian whore and my dad was a sand nigger. His name was Ahmad something or other. I grew up in the foster care system till I was three. So I woke up one day and I was fucking fifteen years old, ran away from the fucking group home. Decided it was in my best interests to become a crack head on the streets. And spent the last two years losing my mind in Oklahoma City.]

Oder auch so:

Ich bin außerdem ein Vampir. Ich bin in den Vampirismus hineingeboren und aufgewachsen. Als ich sehr jung war, wurde ich von meiner Familie und bösen Kirchenleuten verstoßen, Satansanbeter oder sowas ähnliches. Ich weiß nur, dass ich dazu gehörte, seit ich geboren wurde. Wenn ich trinke, spreche ich etwa elf oder zwölf Sprachen. Nicht im Moment. Zur Zeit, wenn der Krebs zu stark durchkommt wegen der Hitze, kann ich nicht klar denken. Ich mach mir die Chemo selbst. Ich hab ein Rezept dafür, irgendwo in Manhattan. Ich muss es nur abholen, wenn ich mich an die Adresse erinnern könnte. Ich bin Siebenunddreißig. Ich bin nicht verrückt. Ich bin kein Spinner. Ich bin nicht dumm. – Jeremy [I'm also a vampire. I was born and raised into vampirism. I was thrown out at a early young age from my family and everything by some wicked church people, satan worshippers or something. All I remember is I've been into it since I was born. I speak about eleven or twelve languages when I'm drinking. Not really right now. With the cancer setting in right now because of the heat and everything, just kinda like can't think right now. Doing my own chemo. And I got a prescription for it, somewhere here in Manhattan. I just gotta go pick it up, if I could remember where the address is. I'm thirty seven. I'm not crazy. I'm not insane. I'm not stupid.]

Mehr Porträts bei Crustypunks…


Tom Lowes Zeitraffer Landschaften


(Vimeo Direktlink)

Tom Lowe macht Zeitrafferaufnahmen. Von Felsen. Canyons. Wolken. Und Licht. Und das sieht sowas von fantastisch gut aus, das muss man mit eigenen Augen gesehen haben. In seinem Blog berichtet Tom von den Strapazen und technischen Herausforderungen, die mit der Produktion einhergehen. Und es überrascht mich überhaupt nicht, dass er dabei seine tiefste Bewunderung dem Filmemacher Ron Fricke entgegenbringt, denn das kann man einfach nur unterstreichen.

So, und jetzt schließen wir mal kurz die Augen und versuchen uns diese Aufnahmen auf großer Leinwand und in einem dunklen Kinosaal vorzustellen. In 3D. Vor allem in 3D! Dann haben wir eine Ahnung davon, wohin uns THE AMERICAN BACKROOM zumindest streckenweise (ent)führen wird… ;)

Ganz großes Kino.


(Vimeo Direktlink)


Amerikanische Ruinen in 3D

Amerikanische Ruinen in 3D! Das klingt ja fast wie die eine oder andere Szene aus THE AMERICAN BACKROOM… oder wie das Fotoprojekt von Matt Bergstrom. Der plant nämlich, drei View-Master Sets von verlassenen bzw. verfallenen Gebäuden in 3D zu produzieren. Der View-Master ist ein tragbares Bildbetrachtungsgerät für stereoskopische Dias, die auf einer rotierenden Scheibe angeordnet sind. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an diese Mini-Fernseher, mit denen man wie in einem Guckkasten winzige verblichene Fotos von Sehenswürdigkeiten bestaunen konnte. So ähnlich ist das beim View-Master. Matt Bergstrom hatte wohl genug von idyllischen Berghängen und fröhlichen Touristenszenen in Technicolor. Jetzt müssen verfallene Gebäude her, von denen es ja eine Menge gibt in den Staaten. Leider fehlt ihm dafür noch das nötige Kleingeld, drum sucht er Unterstützung per Kickstarter: American Ruins in 3D! Im View Master Dingens. Toll! Unterstützen wir gerne. Und wer jetzt auch so etwas haben will… Schon ab 11 Dollar Spende gibt’s ein View-Master Set gratis! Den nötigen View-Master gibt’s noch immer im Spielwarenhandel.


Premiere in Toronto: Erster Arthaus 3D Dokumentarfilm

Gerold von DigitaleLeinwand.de berichtet von “Cave of Forgotten Dreams”, dem ersten 3D Dokumentarfilm für das anspruchsvolle Arthaus Publikum, der hoffentlich auch Wegbereiter ist für weitere stereoskopische 3D-Projekte, THE AMERICAN BACKROOM eingeschlossen. Regie-Veteran Werner Herzog, der schon mit seiner wunderbaren Doku “Encounters at the End of the World” eine der Inspirationsquellen für THE AMERICAN BACKROOM schuf, nimmt sich in “Cave of Forgotten Dreams” der Höhlen von Vallon-Pont-d’Arc in Frankreich an, die für ihre ausgedehnten Höhlenmalereien berühmt sind. Nachdem die Höhlen für uns Normalsterbliche (i.e. die Öffentlichkeit) nicht zugänglich sind, ist es natürlich umso spannender, dass Herzog sich für stereoskopische Aufnahmen entschieden hat, um seine Doku zu realisieren.

Einen deutschen Starttermin gibt es leider noch nicht – und wenn man sich die Zahl der kleineren Lichtspielhäuser anschaut, die überhaupt einen 3D Dokumentarfilm spielen können, schwindet die Hoffnung, dass sich das in Kürze ändern wird (zu den zahlreichen Diskussionen, die das Thema der Digitalisierung in der Branche nach sich zieht, kann man sich ebenfalls bei DigitaleLeinwand.de informieren…)

“Cave” hatte seine Weltpremiere gestern auf dem Toronto International Film Festival. IndieWire hat die erste Kritik:

Herzog spielt das Geheimnis mit epischer Größe hoch, wobei er gelegentlich etwas übertreibt, meistens jedoch den Nagel auf den Kopf trifft. Er stellt den Schausplatz mit einer majestätischen Kranfahrt vor (die in 3D besonders eindringlich wirkt), die Kamera erhebt sich hoch über der Höhle und fängt die trostlose Landschaft ein. Während er kosmische Beobachtungen über “den Abgrund der Zeit” und ähnliches von sich gibt, steigt Herzog mit seinem kleinen Team in die Dunkelheit hinab, wo sie vorsichtig die 35.000 Jahre alten Kunstwerke erleuchten. Die in hohem Grade magische Aura des Bildmaterials reicht von Kohlezeichnungen von Tieren in Bewegung (“beinahe eine Art Ur-Kino”) bis hin zu Andeutungen von Selbstporträts (“als wäre die menschliche Seele in ihnen erwacht”). [Herzog naturally plays up the enigma at hand with epic grandeur, occasionally overdoing it but usually hitting the mark. Introducing the setting with a majestic crane shot (particularly immersive in 3-D), his camera soars above the cave and surveys the desolate landscape. Unleashing cosmic observations about "the abyss of time" and the like, Herzog ventures into the darkness with his small team, carefully illuminating the 35,000-year-old artwork within. The profoundly magical aura of the footage ranges from charcoal etchings of animals in motion ("almost like a form of proto-cinema") to hints of attempts at self-portraiture ("as if the human soul was awakened within them").]

Die komplette Kritik gibt’s hier, mehr Infos zum Projekt bei DigitaleLeinwand.de


Johnny Knoxville zeigt uns wie Detroit lebt

Die Ruinen Detroits und der Verfall der einst viertgrößten amerikanischen Stadt gehören sicher zu den faszinierendsten Aspekten des “anderen Amerikas” – und waren schon häufiger Thema hier im Blog. Jetzt hat ein amerikanischer Schuh- und Stiefelhersteller Jackass-Frontman Johnny Knoxville auf Detroit angesetzt. Nicht, um es nach Jackass-Manier durch den Kakao zu ziehen, sondern um als Urban Explorer die Künstlerszene zu besuchen, die dort zwischen überwucherten Häuserfronten und verlassenen Einkaufsstraßen zu blühen beginnt – und dem Detroit-Thema nochmal eine ganz neue Seite hinzufügt. Rausgekommen ist die Doku “Detroit Lives!”, unten gibt’s den Trailer und Teil 1, die restlichen beiden Teile nach dem Klick.


(YouTube Direktlink)

Detroit Lives! – Teil 1:
Continue reading ‘Johnny Knoxville zeigt uns wie Detroit lebt’