Ross Ching hat sich die Frage gestellt, wie sähe Los Angeles aus, wenn es ab morgen keine Autos mehr gäbe. Seine Antwort ist das folgende Video, in dem er sich die Mühe gemacht hat, sämtliche Autos in L.A. verschwinden zu lassen. Die Stadt der 12-Spur-Highways. Ohne PKWs. Ohne LKWs. Ohne Pickups. Aber mit Musik von Radiohead.
Monthly Archive for May, 2010

Foto CC: BWChicago
Vorgestern vor 70 Jahren hat die erste McDonald’s Imbissbude in San Bernardino eröffnet. Selbstverständlich noch weit entfernt vom heutigen Franchise-Imperium. Spiegel Online/einestages hat ein schönes Feature und eine Bildergalerei über die Anfänge der Brüder Dick und Mac McDonald – und wie sich aus ihrer Burgerbraterei einer der größten amerikanischen Exportschlager aller Zeiten entwickelt hat. Angefangen mit Burgern für bereits damals sagenhafte 15 Cent!
Sie stellten fest: Amerika hatte sich extrem verändert, vor allem war es schneller geworden. Anstatt der alten Tante-Emma-Läden regierte in Supermärkten und Warenhäusern das Prinzip der Selbstbedienung, eilig hasteten die Menschen von Ort zu Ort. Nachdem Henry Ford bereits 1913 auf Fließbandproduktion umgestellt hatte, übertrugen die Brüder McDonald diesen Arbeitsprozess auf die Gastronomie. Im Herbst 1948 schlossen sie ihre Burgerbar, feuerten die Kellnerinnen und rüsteten die Küche auf den neuen “Blitzservice” um.
Ich finde ja alte Fassadenreklame, die praktisch überall in Amerika von verrußten Backsteinwänden blättert, eh total klasse. Und wer den AMERICAN BACKROOM Flickr-Stream durchforstet, wird auch das eine oder andere Foto dazu finden. Der New Yorker Filmemacher Malcolm Murray hat sich jedenfalls mal den Alltag der Fassadenmaler genauer angesehen. Das ganze ist so wunderschön gefilmt und so herzerwärmend erzählt, dass einem fast die Tränen kommen. Hier also ausnahmesweise ein Film, der mal nicht hinter, sondern vor die Fassade blickt.
Wir haben oft genug darüber gesprochen, aber bisher gab es nix zu sehen von unserem kleinen Tilt Shift Miniature Faking Videodreh letzten Herbst. Bisher jedenfalls nicht! Haben endlich Zeit gefunden, daran weiterzuarbeiten und das Video wird noch vor Ende des Monats hier veröffentlicht. Versprochen! Hier ist schonmal ein kleiner Vorgeschmack.

Foto CC: Shane Gorski
You are about to witness the exciting story of a city and its people. It will be an adventure that will open new sights in familiar surroundings. That city is Detroit. Home of nearly two million people. (Sie werden gleich Zeuge der aufregenden Geschichte einer Stadt und ihrer Bürger; eines Abenteuers, das Ihnen neue Anblicke in gewohnter Umgebung ermöglicht. Diese Stadt heißt Detroit. Heimat von fast zwei Millionen Menschen.)
Mit diesen stolzen Worten leitet Julian Temple seine Doku “Requiem for Detroit” ein, die kürzlich von der BBC ausgestrahlt wurde. Es sind nicht seine Worte, sondern sie entstammen einem Werbefilm aus vergangenen Zeiten, in dem einst ein Bürgermeister Detroits ins Schwärmen geriet. Was Julian Temple damit anstellt, ist so einfach und zugleich so wirkungsvoll, dass es mir gerade eiskalt den Rücken runterlief. Er projiziert den Werbefilm auf die Fassaden der Ruinen im heutigen Detroit, während die Stimme des ehemaligen Bürgermeisters durch leere Fensterhöhlen und verlassene Korridore hallt. Eine Technik, die er noch häufiger einsetzt in den 75 packenden Minuten seiner fantastischen Dokumentation. Temple lässt Künstler, Poeten, Urban Explorers und viele andere zu Wort kommen und sich von ihnen durch urbane Landschaften führen, die man gesehen haben muss, während er von Aufstieg und Fall einer der mächtigsten Städte des Industriezeitalters erzählt. Julian Temple:
Detroit was the frontier city in the US, powering the American dream. What I find fascinating is the fact that it is still ahead of the game, becoming the first big US city to virtually fall off the map.(Detroit war einst die Spitze der USA, die den American Dream beflügelt hat. Das Faszinierende ist, dass sie heute wieder allen voraus ist: Es ist die erste amerikanische Großstadt, die praktisch komplett von der Landkarte verschwinden wird.)
Unbedingte Anschau-Empfehlung. Am besten hier und jetzt, denn wer weiß, wie lange das gute Stück auf YouTube zu finden ist.
Teil 1:
(Direktlink)
Alle andern Teile nach dem Klick:
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Mike Brodie hat sich mit 18 Jahren und einer Polaroid Kamera im Gepäck aufgemacht, die USA per Zug zu erkunden. Auf seinem rund dreijährigen Trip hat er eine Seite von Amerika kennengelernt, die kaum weiter vom allgemeinen Popkulturverständnis und den Touristenpfaden entfernt sein kann. Es ist die Welt von Vagabunden, Obdachlosen und v.a. schwarzfahrenden Güterzugreisenden (ein besseres Wort für freighthoppers fällt mir nicht ein). Brodie nennt es “travel culture” (Reisekultur) und er hat praktisch Hunderte spannender Polaroids von alternativen Lebensstilen zwischen Gleisbetten und Güterbahnhöfen geschossen. Das hat ihm nicht nur den Spitznamen Polaroid Kidd eingebracht, seine Bilder füllen Ausstellungen auf der ganzen Welt.
Bei Needless & Pens gibt es eine Auswahl seiner Bilder hier und hier, bei Arteven noch mehr, und DryInk hat ein Interview mit The Polaroid Kidd.
Keith Davis Young ist ein junger Fotograf und Designer aus Austin, Texas, und ich habe mich gerade mit glänzenden Augen durch sein Flickr-Set mit dem eher unscheinbaren Titel 35mm geklickt. Fantastische Impressionen und Fragmente des alltäglichen Lebens hat er da eingefangen. Wohnmobile, Parkplätze, Diners und Restaurants, Menschen, Möbel, Stimmungen. Gleich anschauen gehen!







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