Monthly Archive for February, 2010

Neue USA Fotos auf Flickr

Die Berlinale liegt in den letzten Zügen und der Trubel des European Film Marktes ist bereits verhallt… und wir finden wieder Zeit, ein paar neue Inhalte aus unserer Recherchereise vom letzten Herbst aufzubereiten: Fotos aus South Dakota, Wisconsin und Michigan, jetzt im Flickr-Stream von American Backroom. Bald folgen noch mehr – denn das Bildmaterial der Reise haben wir noch lange nicht alles ausgewertet.


Berlinale 2te Hälfte

Berlinalepalast am Potsdamer Platz

Berlinale Palast am Potsdamer Platz

Der siebte Tag der Berlinale und das Filmfest ist fast schon vorbei, oder es läuft schon ewig, je nach Perspektive und des Müdigkeitszustands. Ein paar Filme habe ich schon gesehen, wobei leider kein richtiger Hit dabei war.  Auch nicht die Weltpremieren von Der Räuber und Red Hill, von einem 162 Minuten langen rumänischen Film spreche ich erst gar nicht.  Hier soll aber momentan noch keine Filmkritik stehen, nach der Berlinale dann oder auf den Seiten von critics.de und Kino-Zeit. Daher Back to Business: Wie im letzten Blog schon berichtet ist der EFM (European Film Market) ein Markt, wo wir Kontakte knüpfen und Termine wahrnehmen. Leute aus der Branche also, die interssiert sind an Filmen und dem Kauf fertiger Filme oder eben der vorab Kauf (Pre-Sale) der Filmrechte an Vertriebe oder Verleiher. Ein paar persönliche Gespräche haben wir schon wahrgenommen und haben für American Backroom viel positive Resonanz bekommen. Auch die unterschiedlichen Diskussionsrunden und Panels sind größtenteil sehr informativ und besonders lernt man Leute aus der Branche kennen, vom jungen Produzenten und Filmemacher bis zu den Alten Hasen der Weltveriebe und Verleiher. Visitenkarten sind hier eines der wichtigsten Utensilien und ständiger Begleiter. Auch auf den Filmpartys. Das bedient zwar wieder das Klischee, das nur Filme geschaut werden und dann auf Partys bis in die Morgendämmerung getanzt wird. Ganz so ist es nicht. Natürlich gehören die Partys dazu und machen den Flair der Berlinale aus. Wenn man am nächsten Morgen dann wieder um 8:30Uhr am Ticketschalter steht um Karten für einen Film zu bekommen, merkt man allerdings schon ob es gestern spät oder ganz spät war. Hier kann ich auch ein Mißverständnis ausräumen: ja auch wir mit einer teuren Akkreditierung stehen für Karten in einer Schlange  und dies täglich, wenn man am nächsten Tag auch eine Filmvorstellung besuchen will. Das klappt natürlich nicht immer, denn  auch für Akkreditierte gibt es Kontingente pro Film, die auch schnell vergriffen sein können.


Berlinale ist nicht nur Filme schauen

Die Berlinale beginnt und wir sind mit dabei – leider noch nicht im Wettbewerb aber auf dem parallel stattfindenden European Film Market (EFM). Da werden wir für AMERICAN BACKROOM natürlich Kontakte zu Vertrieben und Verleihern knüpfen.
Solche Märkte, die sich oft neben den großen Filmfestivals etabliert haben, wie etwa in Cannes und Berlin, sind sehr wichtig im Prozess der Filmfinanzierung. Mit Präsentationsmappen und Infomaterialien versucht man zunächst Aufmerksamkeit zu generieren, per email schon im Vorfeld des Filmmarkts, um dann in einem persönlichen Gespräch das Projekt an den Mann – pardon an den oder die Head of Acquisition des Verleihs  – zu bekommen.  Dieser sogenannte Presale ist der vorab Verkauf an Filmverwerter wie Kino, TV, Video. Das Geschäft ist hart, denn jemand muss überzeugt werden, Geld für einen Film zu geben, den er nicht kennt und den er (noch) nicht ansehen kann.


Eine Vorstufe zum tatsächlichen Presale an einen Vertrieb oder Verleih, sind die nicht minder begehrten LOIs (Letter of Intents), also Absichtserklärungen, in denen der Verleih bestätigt, am fertigen Film interessiert zu sein. LOIs – kann man Buchstabe für Buchstabe also “EL O IEs” aussprechen oder  in einem “LEUS”. Begehrt sind die LOIs, da sie als Grundlage für weitere Finanzierungsmöglichkeiten dienen, z.B. wenn wir staatliche Filmförderanstalten angehen. Beachtet dazu auch unser Video zum Antrag auf Projektentwicklung.  Solche LOIs braucht man beispielsweise auch von den Teammitgliedern. Als Nachweis, dass man mit den Team oder Schauspielern auch zusammenarbeitet und nicht etwa nur mit einem erfundenen Staraufgebot auf Finanzierungstour geht.
Hat man seinen fertigen Film schon parat, ergibt sich natürlich die Chance diesen in Screenings zu präsentieren und feil zu bieten, die Werbemaßnahmen und Einladungen im Vorfeld des Screenings bleiben dabei natürlich gleich, bzw. sind noch umfangreicher und intensiver.

Ich hoffe  auf der Berlinale natürlich auch ein paar Filme zu sehen und an Workshops und Panels teilzunehmen. Allerdings bleibt mir trotz Akkreditierung, das Anstehen für Tickets auch nicht erspart und die Kontingentierung der Karten ist auch für uns unumgänglich.


Super Bowl und Alice im Wunderland

Als Ergänzung zum Super Bowl Beitrag und den Commercial Breaks. Hier der Spot aus dem Hause Disney der gestern für Tim Burtons “Alice im Wunderland” geworben hat. Zur Erinnerung: die Ausstrahlung des 30-Sekunden Spots schlug mit über 2 Mio. Dollar zu Buche.

Ach ja und wer das Spiel nicht gesehen hat, hat ein spannendes Match verpasst. Glückwunsch an die Saints, die verdient gewonnen haben.



It´s Super Bowl Sunday

Heute ist es wieder mal so weit, das größte einzelne Sportereignis der Welt findet statt. Der Super Bowl, das Endspiel der Amerikanischen Football-Liga NFL.  Es ist mittlerweile das 44. Endspiel, oder in offizieller Schreibweise Nummer XLIV die Saints gegen die Colts. Das Team aus New Orleans gegen das aus Indianapolis, die mit ihrem Quarteback-Star Peyton Manning als Favorit gelten. Dieses Jahr im Dolphins Stadium im schönen Miami, Florida. Dies hat für uns europäischen Zuschauer den Vorteil, dass die Zeitverschiebung nicht so groß ist und man die Live-Übertragung (ab 23:35Uhr in der ARD) schauen kann, ohne sich die gesamte Nacht um die Ohren zu schlagen. Gut so gegen Vier Uhr wird der Sieger feststehen und man kann dann noch eins, zwei Stunden Schlaf bekommen.
In den USA allein verfolgen im Schnitt bis zu 90 Millionen TV-Zuschauer die Partie – in der Spitze sind es sogar über 130 Millionen und die Show in der Halbzeitpause ist ja auch legendär und ungemeine teuer, genau wie die Spots in den Werbeunterbrechungen. Unternehmen zahlen während der Super-Bowl-Übertragung zwischen 2,5 und 2,8 Millionen Dollar pro 30-Sekunden-Spot. In den letzten Jahren war vor allem die Werbung der große Spaßfaktor. “Bud-weis-errr” quakende Frösche, Wale am Steuer, die Simpsons mit verrückten Dialogen: Die Spots werden in den Spielpausen zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt, und die Menschen sind neugierig auf die neuesten Coups der Industrie. Die Brauerei Anheuser-Busch investierte von 1990 bis 2009 über 311 Millionen Dollar in die Super-Bowl-Werbung, der Reifenhersteller Bridgestone produziert für seine Spots Trailer wie für einen Kinofilm, um die Spannung zu steigern. Die ambitionierte Werbung prägt den Entertainment-Charakter des Super Bowl fast im selben Maß wie der Sport.
Auch Hollywood wirbt in den Commercial-Breaks für seine Filme, wie zum Beispiel 2008 mit Buzz und Woody auf der Couch, die sich über ihren “Kollegen” Wall-E unterhalten. Kosten dafür unbekannt. Leider – oder auch nicht – sehen wir als deutsche Zuschauer die Spots im Öffentlich-Rechtlichen natürlich nicht. Wozu auch, die beworbenen Produkte sind uns größtenteils eh unbekannt, bzw. gibt es nicht zu kaufen. Ach und in der Halbzeit haben dieses mal die Alt-Rocker von The Who ihren Live-Auftritt auf dem Spielfeld.
Das diese Sportveranstaltung evtl. nicht nur Fans und American-Sports affine Leute anzieht, kann man sich hier mit den Grundregeln des Football bekannt machen.


Holdts Alptraum

Beeindruckende Bilder bietet eine Bilderfolge von Jacob Holdt, der Anfang der  70er Jahren in den USA lebte und Mißstände, die Armut und Lebensumstände der Meschen fotographisch festhielt und das “normale” Leben der Mittelschicht bildlich dagegen setzte.


Stars and Stripes Graffiti Kunst Kontroverse


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Der Graffiti-Künstler Saber aus Los Angeles hat sich der amerikanischen Flagge angenommen, und die Stars and Stripes für einen Pro-Gesundheitsreform-Videowettbewerb der Demokraten in ein Gesamtkunstwerk verwandelt. In dem 30-sekündigen Video (oben) dient das auffällige Symbol als visuelles Fundament, das er bemalt, besprayed und in Zeitraffer immer wieder neu in den Kontext der Health-Care-Diskussion rückt. Für das republikanische Mediensprachrohr Fox News ein gefundenes Fressen: Da gerät das Werk zum Propaganda-Material des linken Flügels und die Verwendung der Flagge zur Beleidung der gesamten amerikanischen Nation:

It’s all about tarring-and-feathering the opponents of a government health care takeover as somehow unpatriotic. And the defacing of the flag, of course, is well within the mainstream of far-left propaganda tactics. (Zitat von Michelle Malkin, Fox News)

Ein weiteres Beispiel für den großen, offensichtlich unheilbaren Twist, der zwischen den beiden US-Parteien steckt. Laut Matthew Newton von True/Slant beweist diese Kontroverse die Ur-Problematik, dass Repulikaner unfähig seien, sich in die Sorgen der kleinen Leute hineinzudenken, während die Demokraten an zuviel Sorge zugrunde gehen. Den Originalbeitrag aus der Polit-Talkshow Hannity kann man sich im Video ganz unten ansehen.

Der Künstler Saber jedenfalls lässt sich das nicht gefallen und rückt in einem aktuellen Video sein Image gerade – und enthüllt dabei vor allem seine eigene gesundheitliche Situation, aufgrund der er im Augenblick keinen Zugang zu einer umfassenden medizinischen Versorgung sieht. Saber strikes back at Fox News!


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Der Originalausschnitt der Show Hannity, wie ihn Fox News gesendet hat:


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