Das Roping in Coleman bringt unseren Reiseplan durcheinander. Unser ursprüngliches Ziel für den Abend war McAlester, OK. Das ist wohl nicht mehr zu schaffen. Ist ja schon Zehne, und mindestens zweieinhalb Stunden noch bis McAlester. Dort ist das Army Ammunition Plant (Link zur engl. Wikipedia), die Fabrik, die praktisch alle Bomben der US Army herstellt. Und der größte Arbeitgeber im Ort. Noch vor Wal Mart und dem Oklahoma State Penitentiary, jenem Gefängnis, aus dem die Hauptfigur Tom Joad am Beginn von John Steinbecks Roman “Früchte des Zorns” entlassne wird. Selbst der eine oder andere Pfarrer von McAlester arbeitet tagsüber in der Bombenfabrik. Das hätte ich mir gerne angesehen. Nicht den Pfarrer beim Bombenbau. Und auch nicht das Werk. Obwohl sicher hochinteressant, aber dafür wäre wohl ein langwieriges Genehmigungsverfahren erforderlich. Stattdessen hätte ich es spannend gefunden, mit den Menschen im Ort ins Gespräch zu kommen. Daraus wird jetzt nichts mehr. Muss ich mir für spätere Recherchen aufheben.
Stattdessen suchen wir das nächstbeste Motel auf. In Atoka, einem Kaff etwa eine Autostunde nordöstlich der Roping Arena, werden wir fündig. Es gibt nicht viel in Atoka. Das Best Western liegt fern unseres Budgetrahmens. Unsere Kalkulation erlaubt uns durchschnittlich nur 50 Dollar bzw. 34 Euro pro Nacht (inklusive Steuern). Bisher kommen wir sogar mit etwas weniger aus. In Atoka bleibt uns aber neben dem Best Western nur eine Alternative. Auch die ist natürlich völlig ausreichend, wie eigentlich alle Motels, die wir buchen. Allerdings werden wir um 1 Uhr nachts geweckt, um das Zimmer zu wechseln. Angeblich wegen der Handwerker. In Pyjamahosen und T-Shirt zerren wir unsere halboffenen Koffer und die Reste der Domino’s Pizza über den Parkplatz zum nächsten Zimmer. Es ist für die Jahreszeit unverschämt kalt. Ja, der Temperatursturz sei etwa vier Wochen zu früh dran, versichert uns der Hotel Clerk noch. Danke. Von Handwerkern weiß man übrigens am nächsten Morgen nichts mehr. Überhaupt sieht man keinen Grund, weshalb wir in der Nacht noch einmal durch die halbe Stadt gejagt wurden. Einen Discount gibt’s für den Zwangsumzug dann aber doch nicht. Wohl weil wir schon einen Discounttarif hätten. Aha. Davon hatte der Hotel Clerk in der Nacht zuvor aber nichts erwähnt. Wir geben dennoch klein bei. Weil, ist ja eh im Budgetrahmen. Aber Punkte für gute Führung gibt’s für das Hi-Way Inn nicht. Wir beschließen, einfach nicht mehr nach Atoka zu kommen und folgen einer neuen Route.
Statt nach Bomb Town USA fahren wir nach Westen. Das schließt zwar auch den kurzen Abstecher in die nordwestlichste Ecke Arkansas aus, aber wir müssen etwas aufholen, um den Zeitplan auf lange Sicht einhalten zu können.








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